Karte wieder akzeptiert Visa einigt sich mit Amazon im Gebührenstreit

Der weltgrößte Onlinehändler und der US-Kreditkartenanbieter Visa haben ihren Gebührenstreit beigelegt. Visa-Kreditkarten werden wieder überall von Amazon akzeptiert.
Visa-Karte: Im globalen Netzwerk wieder akzeptiert

Visa-Karte: Im globalen Netzwerk wieder akzeptiert

Foto: DADO RUVIC / REUTERS

Amazon will wieder die Karten von Visa in seinem globalen Netzwerk akzeptieren und legt damit einen Streit um die Gebühren des Kreditkartenriesen bei, berichtet das US-Nachrichtenportal CNBC  unter Berufung auf eine Vereinbarung der beiden Unternehmen. Amazon hatte im vergangenen November angekündigt, ab 19. Januar wegen anhaltend hoher Gebühren für die Transaktionsverarbeitung keine Visa-Karten mehr in Großbritannien anzunehmen.

Eine in der Europäischen Union geltende Höchstgrenze für Gebühren gilt in Großbritannien seit dem Brexit nicht mehr. Visa hatte laut "Guardian"  die Gebühren für Online-Kreditkartenzahlungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU von zuvor 0,3 Prozent auf 1,5 Prozent des Transaktionswerts erhöht.

Beobachter interpretierten die Ankündigung Amazons seinerzeit als Zeichen für die wachsende Frustration von Einzelhändlern über die Kosten, die mit den großen Kartennetzwerken verbunden sind. Analysten wiederum befürchteten, der Streit zwischen Amazon und Visa in Großbritannien könnte auf den viel größeren US-Markt übergreifen.

Nun erklärte ein Amazon-Specher gegenüber CNBC: "Wir haben eine globale Vereinbarung mit Visa getroffen, die es allen Kunden ermöglicht, ihre Visa-Kreditkarten weiterhin in unseren Geschäften zu verwenden." Mit der Vereinbarung entfallen künftig auch Gebühren, die Amazon von Kunden in Singapur und Australien, die dort mit Visa-Karte bezahlten, seit mehreren Monaten erhoben hat.

Amazon hatte erwogen, seine beliebte Co-Brand-Kreditkarte zum Wettbewerber Mastercard zu verlagern. Die Amazon-Karte ist eines der größten Co-Branding-Portfolios der Branche. Amazon soll die Gespräche mit Visa dazu genutzt haben, sich bessere Konditionen bei Visa zu sichern, berichtet zudem Bloomberg unter Berufung auf Insider .

Einzelhändler stören sich seit Langem an den Gebühren, die sie jedes Mal zahlen müssen, wenn ein Verbraucher seine Karte an der Kasse durchzieht. Auch wenn es sich nur um ein paar Cent pro Einkauf handelt, summieren sich diese Gebühren: Allein im Jahr 2020 gaben die Händler satte 110 Milliarden Dollar an Kartenbearbeitungsgebühren aus.

Die britische Regulierungsbehörde für Zahlungssysteme (Payment Systems Regulator) hatte im vergangenen Jahr eine Untersuchung der Kartengebühren eingeleitet und festgestellt, dass diese seit der Aufhebung der EU-Obergrenze "erheblich gestiegen" sind. Laut "Guardian" prüfe sie derzeit noch rechtliche Schritte gegen zu hohe Gebühren von Kreditkartenanbietern.

sio