Mittwoch, 13. November 2019

Trickste Sportartikelfirma bei Bilanzierung? US-Behörden prüfen Bilanzen von  Under Armour

SEC und US-Justizministerium

Der Adidas-Konkurrent Under Armour ist ins Visier der US-Aufsichtsbehörden geraten. Das US-Justizministerium und die US-Börsenaufsicht SEC prüften die Bilanzierungspraxis des Konzerns, bestätigte der Sportartikelhersteller in der Nacht zum Montag. Das "Wall Street Journal" hatte zuvor unter Berufung auf Insider berichtet, die US-Behörden untersuchten, ob Under Armour den Umsatz von Quartal zu Quartal verschoben habe, um erfolgreicher zu erscheinen.

An der Börse geriet die Aktie von Under Armour angesichts des Berichts unter Druck. Vorbörslich sackte das Papier am Montag bereits um 15 Prozent ab.

Under Armour-Gründer Kevin Plank tritt kommendes Jahr ab

Der Konzern aus Baltimore verteidigte derweil sein Vorgehen. "Das Unternehmen ist fest davon überzeugt, dass seine Rechnungslegungspraktiken und -angaben angemessen waren", erklärte Under Armour. Zugleich gestand der Konzern ein, dass er seit Juli 2017 Anfragen der Behörden zur Bilanzierungspraxis beantwortet. Das Unternehmen kooperiere mit den entsprechenden Behörden, hieß es. Am Montagmittag will das Unternehmen die Zahlen für das dritte Quartal vorlegen.


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Under Armour war jahrelang rasant gewachsen und zu einem ernsten Konkurrenten für Adidas, Nike und Co. geworden. Doch seit etwa zwei Jahren läuft das Geschäft nicht mehr rund, der Absatz schwächelt. Zuletzt schrieb Under Armour rote Zahlen. Vergangenen Monat kündigte zudem Under-Armour-Gründer Kevin Plank (47) überraschend an, den Chefposten zum kommenden Januar nach mehr als zwei Jahrzehnten an der Unternehmensspitze abzugeben. Künftig soll der bisherige Vorstand Patrik Fisk (56) den Posten übernehmen. Der Manager ist derzeit für das Tagesgeschäft zuständig. Plank will jedoch weiter geschäftsführender Chef des Verwaltungsrats bleiben.

rtr/dpa/akn

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