Ukraine-Krieg Henkel zieht sich vollständig aus Russland zurück

Nach mehr als 30 Jahren: Der Konsumgüterkonzern Henkel stellt sein Russland-Geschäft ein. Die 2500 Beschäftigen vor Ort sollen zunächst weiter bezahlt werden.
Rückzug aus Russland: Henkel verurteilt den Angriffskrieg gegen die Ukraine

Rückzug aus Russland: Henkel verurteilt den Angriffskrieg gegen die Ukraine

Foto: IMAGO/imageBROKER/Karl F. Schöfmann / IMAGO/imagebroker

Der Konsumgüterkonzern Henkel zieht sich nach längerem Zögern vollständig aus Russland zurück. "Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen des Krieges in der Ukraine hat Henkel entschieden, die Geschäfte in Russland aufzugeben", teilte der Hersteller von Marken wie Persil und Schwarzkopf am Dienstag in Düsseldorf mit. Henkel werde mit seinen Teams in Russland an den Details arbeiten, um einen geordneten Ablauf zu gewährleisten, hieß es.

Währenddessen würden die 2500 Beschäftigten von Henkel in Russland weiter bezahlt. Die finanziellen Auswirkungen des geplanten Ausstiegs für Henkel könnten zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht näher quantifiziert werden. "Henkel verurteilt den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die Gewalt gegen unschuldige Zivilisten", erklärte Konzernchef Carsten Knobel (53).

Milliardenumsatz in Russland

Henkel war mehr als 30 Jahre in Russland aktiv und betreibt dort elf Produktionsstandorte. Der Konzern erwirtschaftete in Russland zuletzt rund eine Milliarde Euro Umsatz. Henkel hatte nach dem Angriff auf die Ukraine alle Investitionen in Russland gestoppt. Mit dem Schritt hatte das Unternehmen lange gezögert. Nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine Ende Februar hatte der Konzern zwar entschieden, alle geplanten Investitionen in Russland zu stoppen, sowie Werbung und Sponsoring einzustellen. Die dortige Produktion sollte jedoch weiterlaufen.

Schon auf der Hauptversammlung Anfang April Kritik von Aktionären, die einen Reputationsschaden für Henkel fürchteten. Die Henkel-Führung hatte erklärt, die Geschäfte in Russland mit Einschränkungen fortführen zu wollen. Dinge des täglichen Bedarfs wie Haushalts- und Körperpflegeprodukte lieferten die Düsseldorfer bislang weiter.

Konkurrent Beiersdorf hatte in der vergangenen Woche erklärt, das Geschäft in Russland sei deutlich reduziert worden, der Konzern wolle dort aber mit Produkten für den täglichen Bedarf der Verbraucher präsent bleiben.

sio/dpa