Dienstag, 22. Oktober 2019

Brückenfinanzierung vereinbart Verschnaufpause für Tom Tailor

Tom Tailor erhält Brückenfinanzierung

Die angeschlagene Modekette Tom Tailor kann sich dank einer Geldspritze ihres chinesischen Großaktionärs Fosun ein wenig Luft verschaffen. Nachdem sich die Verhandlungen mühsam dahinzogen, kann Tom Tailor einen kleinen Erfolg melden. Fosun wolle das Unternehmen mit einem kurzfristigen Darlehen in Höhe von 18,5 Millionen Euro unterstützen, teilte das Unternehmen mit. Auch die Konsortialbanken sollen erst einmal still halten und setzen eine am 30. Juni fällige Tilgung in Höhe von 7,5 Millionen Euro bis Mitte August aus. Zusätzlich sicherten die Banken Tom Tailor Geld in Höhe von 30 Millionen Euro für die Warenbestellungen zu.

Tom Tailor kämpft in einem schwierigen Marktumfeld um seine strategische Ausrichtung. Doch die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Investor erweist sich als nicht konfliktfrei. So trat zuletzt der Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Tochtermann zurück. Ihm folgt Junyang Shao von Investor Fosun.

Voller Hürden stellte sich auch der geplante Verkauf der kriselnde Tochterfirma Bonita dar. Diese sollte im März an die niederländische Victory & Dreams International Holding verkauft werden, doch der Verkauf scheiterte an der fehlenden Zustimmung der Banken. Das Unternehmen, das auf Mode für Frauen ab 50 spezialisiert ist, verlor zuletzt fortlaufend Umsatz. Nun sollen für Bonita alle strategischen Optionen erneut geprüft werden. Tom Tailor hatte Bonita erst 2012 übernommen, konnte das Unternehmen aber nicht erfolgreich in die Gesamtstrategie integrieren.


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Das Industrie- und Handelskonglomerat Fosun mit Sitz in Hongkong ist seit 2014 an Tom Tailor beteiligt, hatte seine Anteile zuletzt auf gut 35 Prozent erhöht und ein Übernahmeangebot vorgelegt. Darüber ist noch nicht entschieden. Die Vorlage des Jahresabschlusses wurde ebenso vertagt wie die Hauptversammlung der Aktiengesellschaft.

Durch den heißen Sommer des Vorjahres und die aktuellen Entwicklungen im Textil-Einzelhandel waren zuletzt mehrere Unternehmen der Branche in Schwierigkeiten geraten oder mussten sogar den Gang zum Insolvenzrichter antreten,so wie Gerry Weber. Zu den allgemeinen Branchenproblemen kommen bei Tom Tailor auch hausgemachte Fehler, wie zum Beispiel ein mangelhaft entwickelter Onlinehandel.

Die endgültige Zustimmung zu den Maßnahmen steht noch aus. Die Partner müssten sich noch über die finalen Bedingungen einigen sowie verbindliche Verträge abschließen und ihre Gremien befragen.

dpa/akn

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