Samstag, 14. Dezember 2019

Franzosen zahlen 16 Milliarden Dollar LVMH schmückt sich künftig mit Tiffany

Tiffany-Logo in Züricher Einkaufsstraße: Nachdem LVMH sein Gebot erhöht hat, sagte Tiffany ja

Der französische Luxusgüter-Konzern LVMH mit Marken wie Louis Vuitton oder Dior schmückt sich künftig mit dem US-Edeljuwelier Tiffany. Das 1837 gegründete Unternehmen geht für insgesamt 16,2 Milliarden Dollar (14,7 Milliarden Euro) an die Franzosen, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten. Die Aktie legte nach der Mitteilung 7 Prozent auf 135 Dollar zu.

"Der Kauf von Tiffany wird die Position von LVMH im Bereich Schmuck stärken und unsere Präsenz in den USA weiter ausbauen", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Die Übernahme soll bis Mitte kommenden Jahres über die Bühne gehen.

Es ist die größte Transaktion, die LVMH je gestemmt hat. Konzernchef und Milliardär Bernard Arnault sagte, Tiffany sei "eine amerikanische Ikone, die ein wenig französisch wird". Er wolle die legendäre US-Marke glänzen lassen.

Die Franzosen hatten schon länger ein Auge auf Tiffany geworfen. Im Oktober legten sie dann eine Offerte von 120 Dollar je Aktie auf den Tisch - und blitzten damit beim Management zunächst ab. Nun sollen die Anleger 135 Dollar je Anteilsschein bekommen, ein einvernehmlicher Deal. Vor dem Bekanntwerden der Verhandlungen hatten die Aktien von Tiffany etwas weniger als 100 Dollar gekostet.

Geschäfte bei Tiffany laufen nicht mehr rund

Die Marke Tiffany gilt als Inbegriff des Luxus. Die Diamanten sowie das patentierte Türkis-Blau der Geschenkboxen und Einkaufstaschen sind weltberühmt. Die New Yorker Filiale an der 5th Avenue erhielt in den 1960er Jahren durch den Film "Frühstück bei Tiffany" mit US-Schauspiellegende Audrey Hepburn Kultstatus. Heute hat das Unternehmen rund 13.000 Beschäftigte und erwirtschaftet in mehr als 300 Geschäften weltweit einen Jahresumsatz von 4,2 Milliarden Dollar.

Rund läuft es allerdings schon länger nicht mehr: Tiffany tut sich immer schwerer, jüngere Kunden anzulocken. Und auch der Handelskonflikt zwischen den USA und China hinterlässt Spuren, denn die Chinesen halten sich mit Einkäufen auf dem US-Markt zurück. "Tiffanys Markenwert und die Stärke des Images seiner legendären Blue Box sind wertvoller, als die aktuellen Finanzdaten vermuten lassen", kommentierte Jefferies-Analyst Flavio Cereda unmittelbar vor der Bestätigung des Deals. LVMH könne den chinesischen Markt nun mit voller Kraft angehen.


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LVMH Moët Hennessy - Louis Vuitton ist der weltweit führende Luxusgüterkonzern. Er ist in Bereichen wie Mode, Kosmetika, Parfum und Spirituosen aktiv. Zu dem Unternehmen gehören unter anderem die Taschen- und Schmuckmarke Louis Vuitton die Modehäuser Kenzo und Fendi, sowie die Champagnermarken Veuve Clicquot und Moët & Chandon.

mg/AFP, rtr, dpa-afx

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