Mittwoch, 13. November 2019

LVMH bestätigt Offerte Tiffany offenbar wenig begeistert von LVMH-Offerte

Filmstar Audrey Hepburn (1929 - 1993) in dem Klassiker: "Frühstück bei Tiffany's"
Getty Images / Paramount Pictures
Filmstar Audrey Hepburn (1929 - 1993) in dem Klassiker: "Frühstück bei Tiffany's"

Der Luxusgüter-Hersteller LVMH will den amerikanischen Edel-Juwelier Tiffany übernehmen. Der französische Konzern bestätigte am Montag die am Wochenende bekannt gewordenen Übernahmespekulationen. Die Aktie Börsen-Chart zeigen legte daraufhin um 0,8 Prozent zu.

Tiffany selbst ist von dem Gebot allerdings offenbar nicht so begeistert. Wie die "Financial Times" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, werde der Konzern das Angebot als zu niedrig ablehnen. Anleger spekulieren auf ein höheres Gebot und greifen zu: die Aktie stieg am Montag um rund 20 Prozent.

Tiffany ist aktuell an der Börse zwölf Milliarden Dollar (10,8 Milliarden Euro) wert, die Franzosen kommen fast auf 20 mal so viel. Dem "Wall Street Journal" zufolge ist LVMH bereit, etwa 120 US-Dollar je Tiffany-Aktie auf den Tisch zu legen. Das entspricht einem Gesamtbetrag von 14,5 Milliarden Dollar für Tiffany. Am Freitag war das Papier bei 98,55 Dollar aus dem Handel gegangen. Analyst Oliver Chen von Cowen & Co sieht etwa den fairen Wert von Tiffany bei 160 Dollar je Aktie oder höher.

Eine Übernahme von Tiffany wäre die bisher größte von LVMH und würde noch jene sieben Milliarden Dollar übersteigen, die LVMH im Jahr 2017 für den Erwerb der restlichen Anteile von Christian Dior bezahlt hatte. LVMH mit Sitz in Paris wird von der Familie Arnault kontrolliert und von Bernard Arnault, Frankreichs reichstem Mann, geführt. Bernard Arnault (70) hatte im Sommer zumindest vorübergehend Bill Gates als zweitreichsten Menschen der Welt abgelöst.

Zwar erwirtschaftet LVMH insbesondere dank der Nachfrage reicher Chinesen einen Großteil seiner Umsätze in Asien, will aber wegen der bestehenden Handelskonflikte und der anhaltenden Unruhen in Honkong sein Geschäft in den USA ausdehnen. So wurde Anfang des Monats öffentlichkeitswirksam im Beisein von Präsident Donald Trump und seiner Tochter Ivanka eine neue Louis-Vuitton-Fabrik in Texas eröffnet.

LVMH will in den USA wachsen

Dabei wuchs LVMH zuletzt schneller als Experten es dem Konzern zugetraut haben. Im dritten Quartal lag der Umsatz bei 13,32 Milliarden Euro, Analysten hatten im Schnitt 440 Millionen Euro weniger erwartet. Organisch steigerte LVMH seinen Umsatz im Quartal um 11 Prozent, teilte der Konzern Anfang Oktober mit.

LVMH gilt seit Jahren als Topperformer im Luxussegment, bei dem allerdings nicht alle Marken gleichermaßen profitieren. So zeigten laut Bloomberg die Neunmonatszahlen von LVMH auch, dass LVMH in der Uhren- und Schmucksparte langsamer wächst als in allen anderen Bereichen des Konglomerats.

Auch ist LVMH trotz seiner Marke Bulgari im Segment Schmuck keineswegs so dominant. Hier sorgt der Rivale Richemont SA mit Cartier sowie Van Cleef & Arpels für Konkurrenz. Die Übernahme von Tiffany würde das Schmucksegment von LVMH stärken und die Angebotspalette auch preislich deutlich erweitern.


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Der vor 182 Jahren gegründete Juwelier Tiffany ist weltweit bekannt für seine eckigen blauen Kartons und seine Rolle im Hollywood-Streifen "Frühstück bei Tiffany's". Der Konzern hat seinen Sitz in New York und zählt weltweit mehr als 300 Geschäfte.

mg/rei/dpa-afx

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