Ex-Telekom-Manager Dannenfeldt Nachfolger für Jürgen Fitschen an Ceconomys Aufsichtsratsspitze gefunden

Nach 13 Jahren verlässt Ex-Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen demnächst den Aufsichtsrat des Mutterkonzerns von Mediamarkt und Saturn. Seinen Job soll Thomas Dannenfeldt übernehmen, der frühere Finanzchef der Telekom.
Hat künftig bei Ceconomy die Oberaufsicht: Ex-Telekom-Manager Thomas Dannenfeldt

Hat künftig bei Ceconomy die Oberaufsicht: Ex-Telekom-Manager Thomas Dannenfeldt

Foto: Oliver Berg / dpa

Der Aufsichtsrat des Elektronikhändlers Ceconomy  will Thomas Dannenfeldt (54) als neuen Chef an seiner Spitze. Der langjährige Telekom-Manager solle damit auf den früheren Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen (72) folgen, teilte das im SDax  notierte Unternehmen am Donnerstag mit. Den Aktionären soll er bei der Hauptversammlung am 17. Februar 2021 als neues Mitglied vorgeschlagen werden und anschließend - deren Zustimmung vorausgesetzt - zum Vorsitzenden des Gremiums gewählt werden.

Dannenfeldt arbeitete 26 Jahre lang bei der Deutschen Telekom , zuletzt als Finanzvorstand. Seit diesem Jahr ist er auch Aufsichtsratsmitglied beim Netzwerkausrüster Nokia  und bei der Unternehmensberatung Axxessio.

Mit der Neuordnung des Aufsichtsrats bekommt das Mutterunternehmen der beiden Elektronikketten Mediamarkt und Saturn damit in absehbarer Zukunft eine komplett neue Führungsspitze. Im September hatte der Aufsichtsrat noch den Vertrag von Interims-Vorstandschef Bernhard Düttmann (60) um weitere zwölf Monate verlängert, um Zeit für die Nachfolgesuche zu erhalten. "Der Prozess für die langfristige Besetzung der CEO-Position wurde bereits eingeleitet", erklärte das Unternehmen damals.

Wirtschaftlich befindet sich der Konzern in einer schwierigen Phase. Bereits vor der Corona-Krise war der Börsenwert abgestürzt. Der Lockdown hat die Lage noch zusätzlich verschärft. Das Onlinegeschäft wächst zwar stark, hat aber hohen Nachholbedarf gegenüber Wettbewerbern.

Großaktionär Haniel hatte bereits im Sommer sehr deutlich seine Ungeduld mit dem Management geäußert. "Die Zeit drängt", monierte Haniel-Vorstand Thomas Schmidt (49) im Juni im Interview mit dem manager magazin . Es werde nicht nur auf die Strategie ankommen, "sondern auch auf Konsequenz in der Umsetzung".

Im August hatten Aufsichtsratschef Fitschen und Vorstandschef Düttmann dann einen Sanierungsplan vorgelegt. Das Konzept sieht eine Straffung der internationalen Führungsstruktur sowie den Abbau von 3500 der etwa 55.000 Stellen vor. "In begrenztem Umfang" sollen Filialen geschlossen werden.

Mit der Hauptversammlung endet Fitschens Zeit als Aufsichtsratsmitglied nach 13 Jahren. Seit 2017 hatte er den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden inne. Sein potenzieller Nachfolger Dannenfeldt verfüge über weitreichende Erfahrungen mit Veränderungsprozessen und Digitalisierung, sagte er über seinen potenziellen Nachfolger. Er sei "genau der richtige Kandidat".

cr/dpa-afx
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