Donnerstag, 21. November 2019

Plus-Comeback abgeblasen Tengelmann verabschiedet sich mit Millionenverlust aus Russland

Supermarkt in Petersburg: Die Tengelmann-Gruppe begräbt ihre Pläne in Russland

Während Tengelmann-Inhaber Karl-Erivan Haub in Deutschland seit Monaten für den Verkauf der angeschlagenen Lebensmittelkette Kaiser's Tengelmann kämpft, verabschiedet sich der Unternehmer, wie das manager magazin in seiner aktuellen Ausgabe berichtet (Erscheinungstermin: 19. August), mit hohen Verlusten aus Russland.

Dabei hatte Haub große Pläne: 2012 kündigte der milliardenschwere Clan-Boss an, den 2009 an die Edeka-Tochter Netto verkauften Discounter Plus wieder aufleben zu lassen. Bis 2022 wollte Tengelmann mit 150 Plus-Filialen in Russland rund 1 Milliarde Euro umsetzen.

Als Joint-Venture-Partner gewann Haub das auf Banken und Immobilien fokussierte Konglomerat Rosevro. 29 Grundstücke wurden gekauft, 12 Läden bereits eingerichtet. Mit dem russischen Einmarsch auf der Krim und den daraufhin verhängten EU-Sanktionen trübten sich jedoch die Hoffnungen ein, Finanzierungszusagen Dritter platzten. Haub legte das Projekt im Vorjahr zunächst auf Eis, inzwischen wurde das Joint-Venture mit Rosevro beendet.

Insider schätzen, dass Haub zwischen 50 und 80 Millionen Euro in den Ausflug nach Moskau investiert hat, 10 bis 20 Millionen Euro soll Rosevro an Tengelmann zurücküberwiesen haben. Wie es aus Kreisen von Interessenten verlautet, bieten die Russen die Plus-Ruinen derzeit für ein Drittel des Kaufpreises an.

Mehr Wirtschaft aus erster Hand? Der obige Text ist nur ein minimaler Ausschnitt aus der September-Ausgabe des manager magazins. Das neue Heft (und die nächste Ausgabe) können Sie hier im Vorteilsangebot bestellen.
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