Samstag, 18. Januar 2020

Onlinehandel Fiskus treibt Millionen von chinesischen Steuerbetrügern ein

Warendepot im chinesischen Wuhan

Die deutschen Umsatzsteuereinnahmen von Onlinehändlern aus China haben sich fast versechsfacht. Hauptgrund sind strengere Regeln gegen Steuerbetrug.

Im Ringen um die Besteuerung in Deutschland tätiger chinesischer Onlinehändler haben die Behörden im zurückliegenden Jahr deutliche Erfolge erzielt. Bei den Umsatzsteuereinnahmen von Händlern aus der Volksrepublik China sowie aus Hongkong, Macao und Taiwan habe es "einen Anstieg von 34 Millionen Euro im Jahr 2017 auf rund 200 Millionen Euro in diesem Jahr" gegeben, sagte Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) der "Wirtschaftswoche".

In Berlin-Neukölln befindet sich das bundesweit für diesen Bereich zuständige Finanzamt. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Probleme mit Steuerbetrug im Onlinehandel besonders auch bei Einfuhren aus China gegeben. Kollatz sprach nun von "einem sensationellen Ergebnis im schwierigen Kampf für mehr Steuerehrlichkeit".

Seit 2019 benötigen Händler, die auf Internetplattformen Waren verkaufen, zwingend eine Steuernummer. Beim Finanzamt Neukölln stieg deshalb dem Bericht zufolge die Zahl der registrierten chinesischen Unternehmen von rund 450 auf inzwischen fast 29.000 an, ein Plus von mehr als 6000 Prozent.

Jede Woche gehen demnach noch ungefähr 300 Anträge auf Erteilung einer Steuernummer ein. Die zuständige Abteilung beim Finanzamt Neukölln wurde von 40 auf 114 Mitarbeiter aufgestockt.

Ob es ähnlich starke Anstiege bei Unternehmen aus anderen Staaten gab, sagte Kollatz nicht.

ssu

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