Ex-Großaktionär Christo Wiese will Geld sehen Milliardenklage bringt Steinhoff in höchste Not

Steinhoff: Ex-Großaktionär Christo Wiese will Geld sehen

Steinhoff: Ex-Großaktionär Christo Wiese will Geld sehen

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Steinhoff am Abgrund: Aufstieg und Fall des Möbel-Giganten aus dem Ammerland

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Der ehemalige Steinhoff-Großaktionär Christo Wiese setzt den schwer angeschlagenen südafrikanischen Möbelkonzern mit einer milliardenschweren Klage noch stärker unter Druck. Die private Vermögensverwaltung des Milliardärs, Titan Group, fordert 59 Milliarden südafrikanische Rand (3,9 Milliarden Euro) von Steinhoff, wie Titan am Donnerstag mitteilte.

Dabei geht es zum einen um eine Kapitalspritze, mit der Wiese 2016 die Übernahme des US-Matratzenkonzerns Mattress Firm mitfinanziert hatte. Zum anderen verlangt die Titan Group die Rückabwicklung des Verkaufs seines südafrikanischen Textil-Einzelhändlers Pepkor an Steinhoff, für den Wiese ebenfalls Steinhoff-Aktien bekommen hatte.

Steinhoff erklärte, man werde die Forderungen prüfen. Die Aktie brach am Donnerstag um weitere 14 Prozent auf 0,13 Euro ein. Vor einem Jahr war sie noch mehr als fünf Euro wert.

Christo Wiese: Rücktritt als Verwaltungsratschef nach Bilanzskandal

Bruno Steinhoff (links) und Christo Wiese (zweiter von rechts) beim Börsengang 2015 in Frankfurt: Mit der Einigkeit ist es vorbei

Bruno Steinhoff (links) und Christo Wiese (zweiter von rechts) beim Börsengang 2015 in Frankfurt: Mit der Einigkeit ist es vorbei

Wiese, damals der größte Aktionär von Steinhoff, war als Verwaltungsratschef im Dezember zurückgetreten, nachdem ein Bilanzskandal ruchbar wurde. Seither kämpft der hoch verschuldete Konzern unter anderem mit dem Verkauf von Beteiligungen ums finanzielle Überleben.

Wiese erklärte am Donnerstag, er wolle trotz seiner Klage sicherstellen, dass Steinhoff erhalten bleibe.

Auch nach Poco-Verkauf kommt Steinhoff nicht zur Ruhe

Erst am Mittwoch hatte Steinhoff noch einen seit Jahren schwelenden Rechtsstreit beigelegt. Der Konzern verkaufte seinen Anteil von 50 Prozent an dem deutschen Billig-Möbelhändler Poco für 266 Millionen Euro an den österreichischen Miteigentümer XXXLutz.

Damit gehört Poco mit 8000 Mitarbeitern, 123 Möbelhäusern und rund 1,6 Milliarden Euro Umsatz, künftig komplett zur XXXLutz-Gruppe. Das Unternehmen war jahrelang ein Zankapfel. Eigentlich wollte Steinhoff die XXXLutz-Eigentümerfamilie Seifert aus dem Unternehmen aus Bergkamen drängen.

Steinhoff steckt derzeit wegen eines Bilanzskandals, bei dem auch Poco ein Rolle spielt, in einer schweren Krise und kämpft ums Überleben. Der Konzern hatte sich in den vergangenen Monaten auch mit dem Verkauf von Aktienpaketen an Beteiligungen Liquidität verschafft. In Österreich wurde eine Leiner-Immobilie an Rene Benko notverkauft. Die Steinhoff-Aktien waren seit Bekanntwerden des Bilanzskandals um mehr als 90 Prozent abgestürzt.

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