Weltgrößte Kaffeekette Reckitt-Chef wechselt zu Starbucks

Erst gestern Morgen verkündete Laxman Narasimhan seinen Rücktritt bei Reckitt Benckiser und sorgte damit bei der Aktie für einen Kursrutsch. Am späten Abend war dann klar, warum der indisch-amerikanische Manager den britischen Konzern verlässt.
Kaffeegenuss: Starbucks ist derzeit die weltgrößte Kaffeekette, kämpft aber mit Problemen in China und dem zunehmenden Gewerkschaftsdruck

Kaffeegenuss: Starbucks ist derzeit die weltgrößte Kaffeekette, kämpft aber mit Problemen in China und dem zunehmenden Gewerkschaftsdruck

Foto: A2800 epa Matthew Cavanaugh/ dpa

Die weltgrößte Kaffeekette Starbucks hat einen neuen Chef gefunden: Laxman Narasimhan (55) steige zum 1. Oktober bei dem Unternehmen ein und übernehme zum 1. April den Posten des Vorstandsvorsitzenden, teilte Starbucks am Donnerstagabend in Seattle mit. Narasimhan löst Interimschef Howard Schultz (69) ab, der Mitte März nach dem Abgang seines Nachfolgers Kevin Johnson (61) zu der Kaffeekette zurückgekehrt war. Schultz werde bis zur Übernahme Narasimhans Interimschef bleiben, hieß es.

Narasimhan ist der Noch-Chef des Konsumgüterkonzerns Reckitt Benckiser. Die Briten hatten am Donnerstag überraschend den Rückzug des Managers zum Monatsende angekündigt. Narasimhan sei für eine neue Aufgabe in den USA angesprochen worden, hatte der Hersteller von Marken wie Calgon, Clearasil, Cillit Bang, Sagrotan und Vanish mitgeteilt. Dies ermögliche ihm auch, aus persönlichen und familiären Gründen zurück in die USA zu ziehen.

Narasimhan ist erst seit September 2019 als Chef bei Reckitt Benckiser tätig und hat sich nach mehreren Fehleinkäufen seines Vorgängers vor allem mit der Neuaufstellung des Konzerns beschäftigt. Dabei hatte er nach Ansicht von Analysten Fortschritte gemacht. Anleger reagierten daher am Donnerstag wenig begeistert auf die Mitteilung, die Aktie von Reckitt  verlor rund 5 Prozent. Vor seiner Tätigkeit bei Reckitt arbeitete der Manager beim Getränkehersteller PepsiCo und dem Unternehmensberater McKinsey.

Schwierige Zusammenarbeit mit Schultz

Bei Starbucks muss sich Narasimhan vor allem um die Probleme in China und den zunehmenden gewerkschaftlichen Druck in den USA kümmern, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg  berichtet. Schwierig könnte zudem die Zusammenarbeit mit Schultz werden, der weiterhin im Vorstand bleiben wird. Wie mehrere Beispiele zeigen, ist es für neue Chefs oft schwer sich durchzusetzen, wenn die langjährigen Vorgänger noch immer viel Mitsprache im Unternehmen haben.

Immerhin wird er für seinen Aufwand entsprechend entschädigt. Wie Bloomberg berichtet, erhält Narasimhan ein jährliches Grundgehalt von 1,3 Millionen Dollar, eine Antrittsprämie von 1,6 Millionen Dollar in bar und Aktienoptionen im Wert von 9,25 Millionen Dollar.

mg/Reuters
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