Mittwoch, 22. Januar 2020

Übernahme von Ottos Sportartikelhändler Was Karstadt mit Sportscheck vorhat

Sportscheck Laufevent: Der Sporthändler der Otto-Gruppe hat eine attraktive Community aufgebaut

Der Warenhaukonzern Karstadt stärkt seine Aktivitäten im Sportbereich und übernimmt den Sportfachhändler Sportscheck von der Otto Group. In der Branche schon länger erwartet - manager magazin hatte bereits im September vom Interesse der Karstadt-Mutter Signa berichtet - mag die Übernahme für klassische Kunden überraschend kommen. Schließlich hat der Warenhauskonzern doch mit Kartstadt-Sport bereits einen Sportsortimenter im Portfolio, der sich von seinem Angebot nicht wesentlich von dem nun gekauften Geschäft von Sportscheck unterscheidet. Und die Filialen der beiden Häuser liegen in manchen Städten zum Teil nur wenige hundert Meter auseinander.

Dennoch dürfte der Deal auf beiden Seiten durchaus Sinn machen. Die Otto-Group entledigt sich - zwar mit Verlusten - eines Geschäftsbereichs, in den sie über Jahre hätte investieren müssen, um das Geschäft auf Dauer nachhaltig zu machen. Mit dem Verkauf ist sie - sollte das Kartellamt dafür grünes Licht geben - nun die Baustelle mit den damit verbundenen Kosten sowie die Verantwortung für die zuletzt rund 1150 Mitarbeiter los.

Und auch für Karstadt passt Sportscheck ins Konzept. Denn der Eigner der Warenhauskette hat - bislang weitgehend unter dem Radar der breiten Öffentlichkeit - vor allem unter dem Label Signa Sports united bereits ein ganzes Sammelsurium an Marken in den verschiedensten Sportsegmenten zusammengekauft.

So gehören ihm im Fahrradbereich bereits die Seiten Fahrrad.de, Bikester, Brügelmann, und der Probikeshop. Im Tennissegment TennisPro, Tennispoint.de, Tennis-Peters and Centercourt. Sowie im Outdoor-Segment die Anbieter Addnature, Campz and BigTree. Auch der Sporthändler Outfitter, der vor allem online und mit zwei Filialen auch stationär in Deutschland vertreten ist, befindet sich bereits seit einigen Jahren in der Hand Signas.

Neben der Größe von Sportscheck mit seinen 17 Filialen, die den neuen Player zusammen mit den aktuell noch 34 Karstadt-Sport-Niederlassungen vom Umsatz her zur neuen Nummer eins auf dem Markt machen dürften, dürfte sich Karstadt vor allem eines von Sportscheck versprechen: Die Community und das Know-how bei der Verknüpfung von Online- und Offlinehandel, das der Händler nach anfänglichen Startschwierigkeiten in den vergangenen Jahren erworben hat.

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