Singles Day Alibaba scheffelt auch ohne Show Milliarden

Das weltgrößte Konsumfestival "Singles Day" hat rund 138 Milliarden Dollar in die Kassen von Alibaba und JD.com gespült - obwohl die Konzerne ihre Medienkampagne für die Rabattschlacht auf Geheiß von Peking deutlich herunterfahren mussten.
Werbung für die größte Rabattschlacht: Wenn auch zurechtgestutzt, konnten Alibaba und JD.com ihre Umsätze über ihre Plattformen zum "Singles Day" im Vergleich zum Vorjahr steigern

Werbung für die größte Rabattschlacht: Wenn auch zurechtgestutzt, konnten Alibaba und JD.com ihre Umsätze über ihre Plattformen zum "Singles Day" im Vergleich zum Vorjahr steigern

Foto: Mark Schiefelbein / AP

Die weltgrößte Rabattschlacht in China hat großen Onlinehändlern wie Alibaba und JD.com in diesem Jahr neue Verkaufsrekorde gebracht. Obwohl die Veranstalter diesmal mehr Nachhaltigkeit betonten und ohne den üblichen Werbehype und Livepublikum bei der Entertainmentgala auskommen mussten, stiegen die Umsätze des Konsumfestivals zum "Singles Day" wieder kräftig.

Während der elftägigen Aktion bis zum 11. November erreichte Alibaba ein Plus von 8,45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 540 Milliarden Yuan Umsatz (umgerechnet 83,6 Milliarden Dollar), teilte das Unternehmen am Freitag mit. Der Internetriese JD.com berichtete einen Zuwachs von 28,6 Prozent auf 349 Milliarden Yuan (53,8 Milliarden Dollar) Umsatz im Vergleich zum Vorjahr. Die Rekordumsätze kamen trotz der Sorgen um die Kaufkraft der chinesischen Verbraucher und die Auswirkungen von Pekings hartem Vorgehen gegen Technologieunternehmen zustande.

Wegen der strengeren Kontrolle durch die chinesischen Behörden, die die Marktmacht der großen Konzerne eindämmen wollen, hatte der Amazon-Konkurrent Alibaba seine Medienkampagne deutlich heruntergefahren und gab auch keine Verkaufszahlen in Echtzeit bekannt. Die Aktien von JD stiegen am Freitag im Nachmittagshandel in Hongkong um etwa 4,6 Prozent, während Alibaba um etwa 1,8 Prozent nachgab.

Alibaba hatte das jährliche Einkaufsfestival 2009 mit Sonderangeboten und kräftigen Rabatten begonnen. Konkurrenten folgten dem Beispiel. Ursprünglich galt der "Singles Day" am 11. November unter Chinas Studenten als eine Art Anti-Valentinstag für Alleinstehende, weil das Datum nur aus Einsen besteht. Wegen des großen Erfolgs wurde die Rabattschlacht schließlich auf elf Tage ausgedehnt.

Im letzten Jahr hatte Alibaba das ursprünglich eintägige Event auf elf Tage ausgeweitet und insgesamt rund 74 Milliarden Dollar eingenommen. Der Konzern begleitet den "Singles Day" mit Veranstaltungen wie Livestreaming-Angeboten der Verkäufer und Konzerten, in der Corona-Pandemie allerdings nur online. An der virtuellen Alibaba-Gala nahm der britische Schauspieler Benedict Cumberbatch teil, der für seine Rolle in der BBC-Fernsehserie Sherlock Holmes bekannt ist. Vor der Pandemie waren Musiker wie Taylor Swift und Pharrell Williams bei den Firmengalas live vor Publikum aufgetreten.

rei/dpa-afx, Reuters
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