500 Jobs gerettet Sechs weitere Karstadt-Kaufhof-Filialen bleiben vom Aus verschont

62 Kaufhäuser wollte Galeria Karstadt Kaufhof ursprünglich schließen, doch die Arbeitnehmer wehren sich mit Händen und Füßen dagegen. Mit Erfolg - weitere sechs Standorte können aufatmen.
An sechs weiteren Standorten können die Karstadt-Kaufhof-Kunden auch künftig shoppen gehen

An sechs weiteren Standorten können die Karstadt-Kaufhof-Kunden auch künftig shoppen gehen

Foto: A3250 Oliver Berg/ dpa

Die Zahl der von der Schließung bedrohten Galeria-Karstadt-Kaufhof-Filialen sinkt weiter. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Warenhauskette Jürgen Ettl sagte am Freitag der Deutschen Presse-Agentur, nach Zugeständnissen der Vermieter sei auch die Schließung der Warenhäuser in Berlin-Lichtenberg (Ringcenter), in Bielefeld, im Alstertal-Einkaufszentrum in Hamburg, in Leonberg, in Nürnberg-Langwasser und in Singen vom Tisch. Damit seien gut 500 weitere Arbeitsplätze gerettet.

Die Zahl der von der Schließung bedrohten Filialen sinkt damit von ursprünglich 62 auf 50. Ettl betonte gleichzeitig, er hoffe, dass es gelingen werde noch weitere Filialen vor der Schließung zu bewahren. "Aufgeben ist für uns keine Option."

Schon Anfang Juli teilte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Miguel Müllenbach (44), mit, dass sechs Filialen weniger als ursprünglich geplant geschlossen werden. Von der Schließung verschont blieben die Karstadt-Warenhäuser in Dortmund, Nürnberg (Lorenzkirche), Goslar und Potsdam und die Kaufhof-Filialen in Chemnitz und Leverkusen.

Müllenbach hatte Ende Juni den Posten als Konzernchef übernommen, nachdem sich der Eigentümer, die österreichische Signa-Gruppe, vom bisherigen Vorsteher Stephan Fanderl getrennt hatte.

Signa hatte Karstadt im Sommer 2014 übernommen und seitdem auf eine Fusion mit Kaufhof hingearbeitet. Im vergangenen Jahr war es dann so weit. Nach mehreren Anläufen und Zwischenschritten verleibte sich Signa-Eigner und Selfmademan René Benko (43) Kaufhof dann komplett ein. Im Januar startete der Gemeinschaftsbetrieb.

In der Hochphase der Corona-Krise musste das Unternehmen unter den Schutzschirm flüchten, ein besonderes Verfahren aus der Insolvenzordnung. Der Konzern rechnet durch die Pandemie und den durch sie ausgelösten Konjunkturabschwung bis Ende 2022 mit Umsatzeinbußen von bis zu 1,4 Milliarden Euro. Für Signa-Eigner Benko ein teures Unterfangen, er muss Hunderte Millionen Euro nachschießen, während gleichzeitig seine Immobilien-Investments mit krisenbedingten Mietausfällen kämpfen. Inzwischen stellt sich die Frage, ob Benko den Absturz der Signa-Gruppe überhaupt verhindern kann.

cr/dpa
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