Donnerstag, 14. November 2019

SEC-Untersuchung Jack Ma lässt die Luft aus Alibaba

Kontrolliertes Luftablassen: Jack Ma versucht die Erwartungen an Alibaba zu senken

Der chinesische Onlinehändler Alibaba gilt als das große Ding im E-Commerce. Doch ganz so rosig, wie es im Westen scheint, ist es um den Händler offenbar nicht bestellt. Und jetzt droht auch noch Ärger von der amerikanischen Börsenaufsicht.

Peking - Zu Beginn des neuen chinesischen Mondjahres regnet es für Angestellte in der Regel sogenannte "rote Umschläge" - üppige Geldgeschenke, mit denen sie für ihre Arbeit im vergangenen Jahr entlohnt werden. Die Beschäftigten von Alibaba Börsen-Chart zeigen werden dieses Jahr laut "Wall Street Journal" allerdings leer ausgehen. Statt ihnen einen prall gefüllten Umschlag zu überreichen, holte sie ihr Chef Jack Ma - dem erfolgreichen Börsengang zum Trotz - auf den Boden der Tatsachen zurück.

Im vergangenen Jahr sei Alibaba weder für "außergewöhnliche Resultate" noch sonst irgendwelche Überraschungen gutgewesen, begründete Ma sein Vorgehen auf seinem Blog. Gründe, die rot verpackte üppige Sonderzahlungen zum Beginn des neuen Mondjahres gerechtfertigt hätten. Der Börsengang sei das Resultat von 15 Jahren Arbeit - und abgesehen davon "sind wir mit unseren Ergebnisse 2014 nicht so zufrieden, dass wir rote Umschläge verteilen sollten", zitierte das "Wall Street Journal" aus Mas Blog.

"Kritische Phase" für Alibaba

Ma warnte seine Angestellten davor, sich von "trügerischen Ruhm" davontragen zu lassen. Alibaba befinde sich in der "kritischsten Phase seiner 15-jährigen Geschichte" und sei "weit weniger groß und mächtig, als die Welt da draußen denkt".

Vielmehr leide der Onlinehändler an allen typischen Problemen und Frustrationen großer Unternehmen. "Es existiert eine enorme Lücke zwischen den Erwartungen, die die Welt da draußen an uns hat, und unseren tatsächlichen Fähigkeiten."

Neu sind die bescheidenen Töne Mas nicht. Und wohl auch nicht völlig grundlos. Die Aktie hat zuletzt deutlich abgegeben. Und auch das Wachstum blieb im abgelaufenen Quartal hinter den Erwartungen zurück, was vor allem einer Schwäche Alibabas im immer wichtiger werdenden Mobilmarkt geschuldet sein dürfte.

Um hier gegenüber den Rivalen Tencent und JD.com Boden gut zu machen, stieg Alibaba erst kürzlich für rund 520 Millionen Euro beim Smartphonehersteller Meizu ein. Zudem startete die Bezahltochter Alipay gerade eine Plattform, über die Firmen die "roten Umschläge" zusammenstellen und über den in China extrem populären Messaging-Dienst WeChat versenden können.

Auch im Bereich Cloud Computing, bei der Logistik sieht Ma Verbesserungsbedarf.

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