Mittwoch, 18. September 2019

SEC-Untersuchung Jack Ma lässt die Luft aus Alibaba

Kontrolliertes Luftablassen: Jack Ma versucht die Erwartungen an Alibaba zu senken

2. Teil: Post von der US-Börsenaufsicht SEC

Vor allem aber dürfte Nachrichten aus den USA Ma die Stimmung verhagelt haben. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, hat die amerikanische Börsenaufsicht SEC von Ma Informationen bezüglich Interaktionen mit den chinesischen Aufsichtsbehörden im Vorfeld des Rekord-IPOs im September angefordert.

Bei dem bislang größten Börsengang an der New York Stock Exchange hatte der Onlinehändler rund 25 Milliarden Dollar bei Investoren eingesammelt. Der Wert des Unternehmens wurde damit auf 259 Milliarden Dollar geschätzt.

Hat Ma mit offenen Karten gespielt?

Nun sind aber offenbar Zweifel aufgekommen, ob Ma dabei mit offenen Karten gespielt hat. Im Januar hatten die chinesischen Regulierungsbehörden Dokumente veröffentlicht, die darauf hinweisen, dass es bereits im Juli - und damit deutlich vor dem US-Börsengang - Gespräche wegen Fälschungen auf der chinesischen Handelsplattform gegeben haben soll.

Nach Ansicht von Alibaba handelte es sich dabei um keinen außergewöhnlichen Vorgang, den der Händler zusätzlich zu allgemeinen Hinweisen über die Fälschungsproblematik in den Börsenprospekt hätte aufnehmen müssen. Die SEC könnte da allerdings anderer Meinung sein.

Anfragen der SEC im Nachgang eines IPO sind allerdings nicht ungewöhnlich. Auch Facebook Börsen-Chart zeigen sah sich nach seinem Börsengang 2012 mit entsprechenden Nachforschungen konfrontiert. Damals ging es um Angaben zu Werbeumsätzen und technischen Pannen. Im Jahr 2014 wurde die Untersuchung dann aber fallengelassen.

Nachdem Alibaba sich bereit erklärt hatte, im Kampf gegen Fälschungen mit den Behörden zusammenzuarbeiten, hatten diese das kritische Whitepaper wieder zurückgezogen.

Egal wie die SEC-Untersuchung ausgeht, ganz leer werden die Alibaba-Beschäftigten trotz der auffälligen Bescheidenheit ihres Chefs auch in diesem Jahr nicht ausgehen. Eine Jahresendprämie, ähnlich dem deutschen Weihnachtsgeld, in Höhe rund eines Monatsgehaltes, will Ma seinen Beschäftigten trotzdem zahlen.

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