Mittwoch, 20. November 2019

6 Fragen und Antworten zu Deutschlands neuen Rollgeräten Was Sie zur E-Scooter-Welle wissen sollten

E-Tretrollerfahrer in Los Angeles: So ähnlich dürfte das auch bald in deutschen Städten aussehen
Mario Tama/ Getty Images
E-Tretrollerfahrer in Los Angeles: So ähnlich dürfte das auch bald in deutschen Städten aussehen

4. Teil: Wie ist die Nachfrage und Marktentwicklung?

Fast alle Experten sagen der sogenannten Mikromobilität eine rosige Zukunft voraus. Dazu zählen neben dem Verleih von E-Tretrollern auch E-Bike- und Elektroroller-Angebote. Alleine in Europa lassen sich mit solchen Angeboten bis 2030 bis zu 150 Milliarden Dollar umsetzen, zeigt eine Untersuchung der Unternehmensberatung McKinsey. Der Markt, so meinen die Berater, wird sehr schnell an Fahrt gewinnen - er soll zwei- bis dreimal so schnell wachsen wie Carsharing oder sogenannte E-Hailing-Dienste, also etwa Apps für Fahrdienste wie Uber, MyTaxi oder auch das VW-Mobilitätsangebot Moia. Der Vorteil der E-Tretroller ist, dass sie in der Anschaffung billig sind: Rund 400 Dollar kostet ein E-Tretroller einen Sharing-Anbieter. Damit, so meint McKinsey, könnte man schon nach gut drei Monaten die Gewinnzone erreichen. Andere Berater sind bei ihren Zahlen vorsichtiger, gehen aber ebenfalls von Milliardenumsätzen aus: Die McKinsey-Konkurrenz Boston Consulting Group (BCG) schätzt das Marktpotenzial in Europa im Jahr 2024 auf 12 bis 15 Milliarden Dollar.

Die Deutschen können einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom den zweirädrigen Minigefährten offenbar etwas abgewinnen: Zwei Drittel der 16-64 jährigen Bundesbürger meinen, dass E-Scooter eine gute Ergänzung für den Verkehr seien. Rund 50 Prozent halten die Elektro-Tretroller für einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz. Jeder vierte Deutsche, so zeigt eine Umfrage des Vergleichsportals Verivox, plant die Anschaffung eines solchen Gefährts.

Und auch an Leih-Scootern dürfte es in deutschen Großstädten kaum mangeln: München rechnet mit bis zu 10.000 E-Scootern, in Frankfurt könnten es zwischen 5000 und 10.000 werden. Nach aktuellem Stand dürfte die "Verordnung über die Teilnahme von Elektrokleinstfahrzeugen am Straßenverkehr" keine Beschränkung in puncto Stückzahlen enthalten - die Sharing-Anbieter können wohl so viele Roller aufstellen, wie sie wollen.

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung