Puma-Chef Björn Gulden "Schwierigstes Quartal, das ich je erlebt habe"

Das erste Quartal war schwach, im zweiten rutschte Puma in die Verlustzone. Es geht "ums Überleben", sagt Konzernchef Björn Gulden. Die Umsatzentwicklung macht aber Hoffnung.
Pumas derzeitige Geschäftsentwicklung könnte auf eine vollständige Erholung vor Jahresende hindeuten, sagt Puma-Chef Björn Gulden. Doch das Risiko einer zweiten Corona-Ansteckungswelle bleibe hoch.

Pumas derzeitige Geschäftsentwicklung könnte auf eine vollständige Erholung vor Jahresende hindeuten, sagt Puma-Chef Björn Gulden. Doch das Risiko einer zweiten Corona-Ansteckungswelle bleibe hoch.

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Daniel Karmann/ picture alliance/dpa

Geschlossene Sportgeschäfte und Ausgangsbeschränkungen in der Corona-Krise haben Puma tief in die roten Zahlen getrieben. Im zweiten Quartal stand ein Nettoverlust von 95,6 Millionen Euro zu Buche, weil der Umsatz um 31 Prozent auf 831 Millionen einbrach, teilte der drittgrößte Sportartikelkonzern der Welt am Mittwoch mit . Ein Jahr zuvor hatte Puma noch 49,7 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet.

Die Entwicklung hatte sich abgezeichnet: Bereits im ersten Quartal war der Umsatz im Zuge der weltweiten Corona-Beschränkungen um die Hälfte und der Konzerngewinn gar um 60 Prozent eingebrochen. Dabei habe sich das zweite Quartal etwas besser entwickelt als gedacht, betonte Puma weiter.

Auf eine Prognose lässt sich das Unternehmen nicht ein, weil die Infektionszahlen weltweit steigen: "Während Pumas derzeitige Geschäftsentwicklung sogar auf eine vollständige Erholung vor Jahresende hindeuten könnte, ist das Risiko einer zweiten Welle mit einem weiteren Lockdown nach wie vor sehr hoch."

Das Umsatzminus reduziert sich zusehends

In diesem Jahr gehe es nur darum, "zu überleben, sich zu erholen und dann wieder gestärkt und mit Wachstum aus der Krise hervorzugehen", erklärte Puma. Die Monate von April bis Juni seien "das schwierigste Quartal gewesen, das ich je erlebt habe", sagte Vorstandschef Björn Gulden (55). "Ein Virus, das 85 Prozent des gesamten weltweiten Sport- und Modegeschäfts lahm legt, war eine Erfahrung, die ich niemals erwartet hätte." Puma hatte sich angesichts der Umsatzeinbrüche einen 900-Millionen-Euro-Kredit besorgt, zu dem die Staatsbank KfW allein 625 Millionen beisteuerte.

Im April war der Umsatz von Puma um 55 Prozent eingebrochen, im Mai lag er 38 Prozent unter Vorjahr. Die Erholung in China und die weltweiten Lockerungen begrenzten das Minus im Juni auf 6 Prozent. China legte währungsbereinigt im zweiten Quartal sogar um 16 Prozent zu. Ende Juni seien weltweit 85 Prozent der eigenen Läden wieder geöffnet gewesen. Parallel dazu fuhr Puma den Verkauf über das Internet hoch: Die Online-Umsätze schossen im ersten Halbjahr um 70 Prozent nach oben.

rei/Reuters