Dienstag, 12. November 2019

Von Investor zu Investor Spielwarenhersteller Schleich wird verkauft

Schleich-Schlümpfe: Der Spielfigurenhersteller beeindruckt mit steilem Wachstum.

Alles begann mit einem kleinen blauen Schlumpf. Nun wird der derzeit erfolgreichste Spielzeughersteller Deutschlands vom französischen Finanzinvestor Ardian an die Schweizer Beteiligungsgesellschaft Partners Group weitergereicht - für einen satten Aufschlag, erfuhr manager-magazin.de von einem mit der Angelegenheit vertrauten Insider.

Ardian hatte JP Morgan bereits Anfang des Jahres mit der Suche nach einem Käufer beauftragt. Damals schwebte den Franzosen ein Erlös von mehr als 400 Millionen Euro vor. Rund ein halbes Jahr später ist sich Ardian mit der Partners Group einig geworden. Ardian bestätigte auf Nachfrage am Dienstag den Verkauf, dem die Kartellbehörden noch zustimmen müssen. Zur Höhe des Verkaufspreises wollte sich der Investor aber nicht äußern.

Lukrativ dürfte der Deal jedoch allemal gewesen sein. Ardian hatte Schleich 2014 vom Finanzinvestor HG Capital für 220 Millionen Euro übernommen. Unter der Führung von CEO Dirk Engehausen beeindruckt der Spielwarenhersteller seit Jahren mit steilen Wachstumsraten:

Schleich erzielte zum Zeitpunkt des Einstiegs von Adrian einen Umsatz von 106 Millionen Euro. Dieser kletterte bis heute auf 183 Millionen Euro. Das Umsatzplus im vergangenen Jahr betrug 17 Prozent, im Hauptabsatzmarkt Deutschland stiegen die Erlöse sogar um 26 Prozent. Der Marktanteil im Spielwarenmarkt legte von 2,9 auf 3,4 Prozent zu. Schleich beschäftigt derzeit 400 Mitarbeiter.

Das 1935 von Friedrich Schleich gegründete Unternehmen war mit dem weiß-blauen "Schlumpf" aus der gleichnamigen Comic- und Zeichentrickserie bekannt geworden. Das Gros des Umsatzes aber spielen längst die detailgetreuen Bauernhof- und Wildfiguren aus PCV ein, die eingebunden in Spielsets und Spielwelten sich großer Beliebtheit erfreuten.

Ein weiterer Erfolgsfaktor laut Management: Die Produkte von Schleich decken mittlerweile eine deutlich größere Preisspanne ab. So erreiche der Spielwarenhersteller verschiedenste Käuferschichten zu unterschiedlichsten Kaufanlässen - vom niederpreisigen Spontankauf bis hin zum teureren Weihnachtsgeschenk.

Schleich produziert rund 600 verschiedene Figuren in Deutschland, Rumänien, Moldawien, Tunesien und China. Gut 50 Millionen Figuren verkauft das Unternehmen jährlich in mehr als 50 Ländern weltweit. Damit sind die Schwaben vor allem Playmobil auf die Pelle gerückt.

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung