Schlacht um Kaiser's Supermärkte Rewe startet Frontalangriff auf Edeka

Gibt im Kampf um Kaiser's nicht auf: Rewe-CEO Alain Caparros

Gibt im Kampf um Kaiser's nicht auf: Rewe-CEO Alain Caparros

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Wenige Wochen vor der Entscheidung über die Zukunft von 451 Kaiser's Supermärkten startet der Rewe-Konzern eine Offensive, um die Übernahme der begehrten Läden an den Konkurrenten Edeka doch noch zu verhindern. Am Donnerstag schaltete die Kette ganzseitige Anzeigen in mehreren überregionalen Tageszeitungen, in denen sie für eine Übernahme durch Rewe warb.

Dem Konkurrenten Edeka warf Rewe in dem offenen Brief "falsches Spiel" vor - Rewe fühlt sich bei dem Deal übergangen. Und appelierte an Kaiser's Eigentümer Erivan Haub, seine Entscheidung, die Läden an Edeka zu verkaufen, noch einmal zu überdenken.

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Weil sich der Betrieb der Kaiser's Supermärkte für Tengelmann nicht mehr lohnte, hatte dessen Chef Erivan Haub sich für den Verkauf an Edeka entschieden. Eine Entscheidung, die dasKartellamt aus wettbewerbsrechtlichen Gründen aber ablehnte. Die Bonner Wettbewerbsbehörde befürchtet Preiserhöhungen und weniger Konkurrenz.

Daraufhin beantragten Edeka und Tengelmann Ende April eine sogenannte "Ministererlaubnis" bei Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) , mit der sich das Verbot umgehen ließe. Wann eine Entscheidung fallen soll, ist noch offen.

Kampf um die öffentliche Meinung

In der Anzeige, in der sich Rewe neben Tengelmann-Chef Haub auch an die "Freunde des Handels" richtet, wirft der Rewe-Vorstand Edeka vor, in der Frage der Jobsicherung zu tricksen und sichert im Falle einer Übernahme durch Rewe die Sicherung sämtlicher Arbeitsplätze sowie Tarifbindung für alle Mitarbeiter zu. Zudem betont der Konzern, dass eine Übernahme seitens Rewe anders als durch Edeka kartellrechtlich unbedenklich sei.

Seit der Bekanntmachung des Kaiser's Deal mit Edeka hatten sich die beiden Händler eine erbitterte Schlacht um die öffentliche Meinung geliefert. Und sich mit Zusicherungen an die Belegschaft gegenseitig überboten. Rewe-Chef Alain Caparros bezichtigte Edeka der Lüge. Zudem suggerierte er in einem Interview, dass Edeka den Zuschlag womöglich nur deshalb bekommen habe, weil sich Edeka bei der Übernahme des Dicounters Netto von Tengelmann 2005 womöglich ein Vorkaufsrecht für Kaisers habe einräumen lassen.

Ob Edeka und Tengelmann die angestrebte Ministererlaubnis von Sigmar Gabriel tatsächlich erhalten, ist indes unklar. Prinzipiell gilt für Fälle wie diesen eine Vier-Monats-Frist, die Ende August ablaufen würde. Die öffentliche Anhörung, die es auch im Fall Kaiser's geben soll, ist aber noch nicht terminiert, wie ein Ministeriumssprecher manager-magazin.de sagte. Prinzipiell sei es auch denkbar, dass die vier-Monats-Frist überschritten werde.

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