Mega-Merger auf der Insel Briten bekommen neue Nummer eins bei Supermärkten

Demnächst zusammen: Die britischen Supermarktketten Sainsbury's und Asda planen eine Fusion.

Demnächst zusammen: Die britischen Supermarktketten Sainsbury's und Asda planen eine Fusion.

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Die Supermarktketten Sainsbury's und Asda peilen mit einer Mega-Fusion die Marktführerschaft in Großbritannien an. Das Geschäft könnte nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters ein Volumen von bis zu 15 Milliarden Pfund (17 Milliarden Euro) haben.

Sainsbury's ist die Nummer zwei auf der Insel, Asda - eine Tochter des US-Einzelhandels-Riesen Walmart - die Nummer drei. Zusammen würden sie den britischen Branchenprimus Tesco vom Thron stoßen. Zugleich könnten sie sich besser gegen die wachsende Konkurrenz der deutschen Discounter Aldi und Lidl wappnen sowie auf Herausforderungen wie dem steigenden Trend zum Online-Lebensmittelkauf besser reagieren.

Sainsbury's bestätigte am Samstag, dass es mit dem weltgrößten Einzelhändler Walmart fortgeschrittene Gespräche über eine Zusammenlegung des Geschäfts mit Asda führe. Für Montag lud der Konzern zu einer Pressekonferenz ein, was darauf hindeutete, dass sich die Unternehmen einig sein dürften. Ein Knackpunkt könnte aber die Genehmigung der Kartellbehörde werden.

Details zur geplanten Struktur nannte Sainsbury's nicht. Eine in den Vorgang eingeweihte Person sagte jedoch zu Reuters, der fusionierte Konzern solle Sainsbury's heißen. Es werde aber weiterhin auch Supermärkte unter dem Namen Asda geben. Sainsbury's-Chef Mike Coupe, der einst für Asda arbeitete, solle die neue Gruppe leiten. Drei Insider sagten, Walmart werde einen Minderheitsanteil an dem neuen Unternehmen halten. Zwei mit dem Vorgang vertraute Personen sagten, Walmart werde mit etwa 40 Prozent größter Anteilseigner.

Der Sender Sky News, der zuerst über die Pläne berichtet hatte, meldete, der Deal könne über zehn Milliarden Pfund (11,35 Milliarden Euro) schwer sein. Einer der Insider, der mit Reuters sprach, sagte, unter Einbeziehung von Schulden würde der fusionierte Konzern auf einen Unternehmenswert von rund 15 Milliarden Pfund kommen. Er werde an der Börse in London gelistet bleiben. Am Freitag war die Sainsbury's-Aktie mit 269 Pence aus dem Handel gegangen, was einem Börsenwert von sechs Milliarden Pfund entspricht.

Die Lebensmittelhändler liefern sich in Großbritannien seit langem harte Konkurrenzkämpfe. Bei Sainsbury's ist der Gewinn drei Jahre in Folge zurückgegangen und es wird damit gerechnet, dass der Konzern am Mittwoch den vierten Jahresrückgang meldet. Asda verdiente zwei Jahre hintereinander weniger. Die Fusion wäre das größte Geschäft in der von mehreren Übernahmen geprägten Branche seit die derzeitige Nummer vier Morrisons 2004 das Geschäft von Safeway übernahm. Zusammen kämen Sainsbury's und Asda auf einen Marktanteil von 31,4 Prozent. Tesco liegt bei 27,6 Prozent.

Unklar ist allerdings, ob die britische Kartellbehörde grünes Licht für die Pläne von Sainsbury's und Walmart gibt. Das Geschäft würde die Aufseher hinsichtlich der Frage, ob es im Interesse der Verbraucher sei, ziemlich auf die Probe stellen, sagte Analyst Clive Black von der Investmentgruppe Shore Capital. Eine Auflage dürfte wohl sein, dass sich der neue Konzern von einigen Läden trennen müsse. "Und da draußen sind nicht viele Käufer." Andererseits hatte die Kartellbehörde überraschend keine Einwände gegen Tescos vier Milliarden Pfund teure Übernahme des Großhändlers Booker, die im März unter Dach und Fach gebracht wurde.

cr/rtr