Geplante Supermarktfusion von Asda und Sainsbury's Was der neue britische Supermarktgigant für Aldi und Lidl bedeutet

Sainsbury's-Filiale in London: Künftig will Sainsbury's zusammen mit Asda Aldi und Lidl Paroli bieten

Sainsbury's-Filiale in London: Künftig will Sainsbury's zusammen mit Asda Aldi und Lidl Paroli bieten

Foto: DPA

Es ist ein Milliardendeal, der - wenn er durchgeht - die Supermarkt-Landschaft in Großbritannien völlig neu gestaltet. Die Nummer zwei der Branche, Sainsbury's , will die drittgrößte Kette des Landes, Asda, übernehmen - und könnte damit zur neuen Nummer eins auf dem Markt in Großbritannien werden. 2800 Filialen von Plymouth bis Ullapool wären in der Hand des neuen Marktführers, der mit einem Marktanteil von dann mehr als 31 Prozent selbst den bisherigen Branchenführer Tesco (27,6 Prozent) in den Schatten stellen dürfte.

Größe, die in aktuellen Zeiten essentiell ist, wie hierzulande erst kürzlich der erbitterte Kampf zwischen Edeka und Rewe um Kaiser's Tengelmann zeigte. Auch in Großbritannien hat der Wettbewerb in der Handelsbranche in den vergangenen Jahren deutlich an Schärfe zugenommen, was nicht zuletzt dem Eintritt der deutschen Discounter Aldi und Lidl geschuldet ist.

Jedes achte Pfund landet bereits bei Aldi und Lidl

Mit niedrigen Preisen und einem selbst für deutsche Verhältnisse üppigen Angebot sind sich die beiden Ketten in den vergangenen Jahren zu ernsthaften Konkurrenten britischer Traditionsmarken wie Tesco, Asda, Sainsbury, Co-op oder Waitrose geworden.

Jedes achte Pfund, das britische Supermarkteinkäufer an der Kasse ausgeben, landet laut den Marktforschern von Kantar mittlerweile in den Kassen der deutschen Discountriesen. Mit ihrem zweistelligen Wachstumsraten lehren sie die Etablierten seit Jahren das Fürchten.

Zusammen haben die beiden - Aldi als Nummer fünf mit 7,3 Prozent und Lidl als Nummer sieben mit 5,3 Prozent - mehr als 12 Prozent Marktanteil . Zusammen konnten sie ihre Marktanteile seit 2013 um fast 80 Prozent steigern. Und gegen sie richtet sich der Deal auch in erster Linie-

Preissenkung um 10 Prozent - Kampfansage an die Discounter

Denn vor allem die Walmart-Tochter Asda hat in der Vergangenheit sehr stark unter der deutschen Konkurrenz gelitten zuletzt sogar einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet. 

Wenig überraschend, dass es gerade Aldi und Lidl sind, denen das neue Unternehmen unter der Führung Sainsbury's auch den Kampf angesagt hat.

Preissenkung dank gestiegener Masse und Marktmacht

Um zehn Prozent, so das Versprechen, sollen die Preise in den Läden angesichts der zu erwartenden Synergien senken. Preissenkungen, mit denen die Unternehmen auch den Wettbewerbshütern den Deal verkaufen wollen.

Jobs hingegen, heißt es, sollen nicht zur Disposition stehen, da man sich so gut ergänze, heißt es.

Während Asda aktuell vor allem in Nordengland vertreten ist, liegt der Schwerpunkt von Sainsbury's im Süden des Landes. Allerdings bezweifeln die meisten Analysten, dass weitere Jobstreichungen in der zuletzt stark gebeutelten Branche tatsächlich ausbleiben werden.

Vor allem aber dürfte der neue Supermarktgigant, so die wettbewerbsbehörden grünes Licht für die Fusion geben, deutlich mehr Marktmacht gegenüber den Händlern haben. Und auch bei den Eigenmarken größer und damit profitabler werden. Und gerade die sind es, die im Zuge der Dicounterisierung des Landes aktuell stark im Aufwind sind und zuletzt um mehr als 5,5 Prozent gestiegen sind. 

Dass der Zusammenschluss Aldi und Lidl wirklich aufhält, ist indes nicht zu erwarten. Beobachter erwarten, sollte der Deal durchgehen, ohnehin noch deutliche Auflagen.

Erst kürzlich hatte der Discounter Aldi, der bislang in Großbritannien rund 700 Läden betreibt, noch einmal bekräftigt, deren Zahl bis 2022 auf insgesamt 1000 aufstocken zu wollen. Und auch Lidl, das ebenfalls bereits 700 Läden in Großbritannien betreibt, wird sein Expansionstempo kaum drosseln.

Die Deutschen bleiben eine Marktmacht - und werden auf der Insel wohl auch weiter für Bewegung sorgen.