Modekonzern trotzt der Krise S.Oliver will Umsatz verdoppeln

Trotz Corona-Krise und zwei Kündigungswellen bleibt Claus-Dietrich Lahrs optimistisch. Der neue Chef der Modekette spricht im Interview über den massiven Umbau des Konzerns, große Ziele und über Insolvenzen im Handel.
Blickt nach Polen und Russland: S.Oliver

Blickt nach Polen und Russland: S.Oliver

Der Chef des Modeherstellers S.Oliver, Claus-Dietrich Lahrs (57), will bis Ende 2024 den Umsatz auf rund 2,5 Milliarden Euro verdoppeln. Das kündigte der Manager, der früher Vorstandsvorsitzender von Hugo Boss war, im manager magazin an.  "Vor Corona habe ich mir eine Verdopplung des Umsatzes vorgenommen", sagte Lahrs in seinem ersten Interview in neuer Funktion, "das ist immer noch möglich." Dazu will Lahrs das Filialnetz stark ausbauen, genauso wie den Onlinevertrieb. Auch das Geschäft im Ausland soll deutlich verstärkt werden. "Wir schauen uns insbesondere Polen und Russland an. Einen Auslandsanteil von 30 Prozent halte ich für realistisch." 

Sorge bereitet Lahrs eine mögliche Pleitewelle unter wichtigen Handelspartnern. Die Corona-Pandemie werde ab dem Spätsommer für ein "Nachbeben" sorgen, befürchtet er.

Lahrs ist im November 2019 als CEO von S.Oliver angetreten und hat in zwei Kündigungswellen rund 400 Mitarbeiter entlassen. S.Oliver hat laut jüngster veröffentlichter Bilanz 2018 rund 1,3 Milliarden Euro umgesetzt und einen Gewinn in Höhe von 45 Millionen Euro erzielt. Im Vorjahr seien die Erlöse leicht gesunken, der Gewinn konnte jedoch stabil gehalten werden, sagte Lahrs. Neben der Marke S.Oliver gehören auch die Marken Comma, Q/S und Liebeskind zum fränkischen Modekonzern.

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