Rubin Ritter Ex-Zalando-Chef kassiert zum Abschied 89 Millionen Euro

Die Vorstände von Zalando gehören seit Jahren zu den Großverdienern in Deutschland. Rubin Ritter, der das Unternehmen im vergangenen Jahr verließ, kassierte zu seinem Abschied noch einmal besonders groß ab.
Großverdiener nimmt Auszeit: Ex-Zalando-Co-Chef Rubin Ritter

Großverdiener nimmt Auszeit: Ex-Zalando-Co-Chef Rubin Ritter

Foto: via www.imago-images.de / imago images/STPP

Der einstige Zalando-Co-Chef Rubin Ritter hat in hohem Maße von dem Aufstieg des Online-Modehändler zu einem Dax-Konzern profitiert. Ritter hat 2021, in dem Jahr, in dessen Mitte er zur Hauptversammlung die Spitze des Modeversenders verließ, eine Vergütung von 89 Millionen Euro erhalten, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Der Löwenanteil davon entfällt auf Aktienoptionen, die Ritter in den Jahren 2011, 2013 und 2014 erhalten hat – zum Großteil noch vor dem Börsengang von Zalando.

Noch vor seinem Rücktritt übte Ritter Optionen im Wert von 42,5 Millionen Euro aus, danach weitere für 46,6 Millionen Euro. Die Co-Vorstandschefs Robert Gentz und David Schneider – die Gründer von Zalando – kamen dank der Optionsprogramme 2021 auf je 45,5 Millionen Euro.

Ritter hatte im Dezember 2020 seinen Rückzug angekündigt, um seiner Frau – einer Richterin – die Gelegenheit zu geben, mehr Karriere zu machen. Laut seinem Linkedin-Profil  ist er in Elternzeit. Er hatte das Start-up aus Berlin 2014 an die Börse gebracht. Heute ist Zalando mehr als zwölf Milliarden Euro wert und seit der Aufstockung des Leitindex Dax eines von 40 Dax-Unternehmen. Bereits für 2020 kam Ritter durch die Ausübung eines Aktienoptionsprogramms auf eine Vergütung von 53,3 Millionen Euro.

Zalando führt Obergrenze für Vorstandsvergütung ein

Zalando betonte im Geschäftsbericht, die Optionen seien für Leistungen in den Jahren 2011 bis 2017 gewährt worden, als sich das Unternehmen "in einem frühen Entwicklungsstadium" befunden habe. Geld sei der Firma dadurch nie entzogen worden. Im vergangenen Jahr hat Zalando eine Obergrenze für die Vergütungen der Vorstandschefs von 15,75 Millionen Euro eingeführt, für normale Vorstände liegt sie bei 10,5 Millionen.

Ehemalige Start-ups, die an der Börse erfolgreich wurden, gehören seit einigen Jahren zu den deutschen Unternehmen mit den höchsten Vorstandsgehältern – dank der Aktienboni, die die Führungskräfte oft jahrelang angesammelt hatten. 2020 war der Chef des Lieferdienstes Delivery Hero, Niklas Östberg, mit einer Gesamtvergütung von 45,7 Millionen Euro einer der Top-Verdiener im Dax. Der Vergütungsbericht des Unternehmens für 2021 liegt noch nicht vor. Der Chef des Softwareanbieters Teamviewer, Oliver Steil, hatte im vorvergangenen Jahr sogar 71 Millionen Euro bekommen. Neue Regeln für den Ausweis der Vorstandsgehälter erschweren allerdings seit diesem Jahr deren Vergleichbarkeit deutlich.

rei/Reuters