Handelskonzern Rewe schluckt Großteil von Kuoni Pauschalreise wie eh und je? Rewe glaubt fest daran

Von mm-newsdesk
So schön kann das Business sein: Palmenstrand in Mexiko. Rewe baut mit dem Kauf von Kuoni das Reisegeschäft aus.

So schön kann das Business sein: Palmenstrand in Mexiko. Rewe baut mit dem Kauf von Kuoni das Reisegeschäft aus.

Foto: imago

Der Rewe-Konzern baut seine Touristiksparte mit einer Übernahme in der Schweiz aus und will so den Abstand im internationalen Geschäft zu Wettbewerbern wie TUI oder Thomas Cook verringern. Die Kölner übernehmen das europäische Reiseveranstaltergeschäft des Touristikkonzerns Kuoni mit einem Umsatz von rund zwei Milliarden Franken (1,9 Milliarden Euro) und rund 2350 Mitarbeitern, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten. "Diese Übernahme bringt uns in der europäischen Touristik entscheidend voran", sagte Rewe-Chef Alain Caparros. Rewe stärke dadurch sein zweites Standbein neben dem Einzelhandel.

Die Wettbewerbsbehörden müssen der Transaktion, die im dritten Quartal vollzogen werden soll, noch zustimmen. Über den Kaufpreis schwiegen die Parteien am Montag.

Die Rewe-Reistochter DER Touristik, bislang zweitgrößter deutscher Reiseanbieter, kommt mit dem Zukauf auf rund sieben Milliarden Euro Umsatz und rund 7,7 Millionen Kunden. Vor allem in der Schweiz, Großbritannien und den Benelux-Ländern stärken die Rheinländer ihre Position. Die Rewe-Reisesparte hatte 2014 rund 4,9 Milliarden Euro umgesetzt, im Konzern waren es mehr als 51 Milliarden Euro.

Zu dem zweiten Standbein neben dem Einzelhandel gehören auch Marken wie ITS, Jahn Reisen, Dertour, Meier's Weltreisen oder ADAC Reisen. Die Kölner dringen durch den Zukauf in Europa weiter vor und erhoffen sich auch Wettbewerbsvorteile im internationalen Einkauf von Flugkapazitäten und Hotelplätzen. Das Veranstalter-Geschäft leidet seit Jahren unter starkem Margendruck, unter anderem durch den wachsenden Internet-Vertrieb. Caparros hatte immer wieder angekündigt, Rewe wolle auch durch Übernahmen wachsen.

Kuoni besiegelt durch den Verkauf den angekündigten Konzernumbau. Das 1906 gegründete Unternehmen will sich nun auf die Rolle eines Großhändlers für die globale Reiseindustrie und die Bearbeitung von Visa-Anträgen im Auftrag von Regierungen konzentrieren. Dort gilt das Unternehmen als Branchenpionier - die Firma betreibt für 45 Regierungen 1400 Visa-Antragszentren in 117 Ländern. Der Spartenverkauf wird Ergebnis der Schweizer in der ersten Jahreshälfte allerdings um rund 180 Millionen Franken schmälern. "Das neue Kapitel von Kuoni kann beginnen", schrieben Vontobel-Analysten. Die Aktien legten in Zürich um knapp zwei Prozent zu.

Reuters, dpa, soc
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