Montag, 18. November 2019

Regionale Betreiber gesucht Rewe gibt Backshops in Supermärkten komplett ab

Die Supermarkkette Rewe will sich bis 2020 von ihren verbliebenen 110 Glocken-Vorkassenbäckereien trennen. Diese sollen an regionale Betreiber abgegeben werden. "Im Rahmen dieser Betriebsübergänge geht kein einziger Arbeitsplatz verloren; alle Arbeitsverträge der Backshop-Mitarbeiter gehen grundsätzlich mit sämtlichen Rechten und Pflichten auf die jeweiligen neuen Betreiber über", sagte ein Rewe-Sprecher und bestätigte damit eine Recherche des manager magazins.

Nach Angaben des Sprechers laufen gegenwärtig Gespräche der Supermarktkette mit regionalen Bäckereien, die den Betrieb übernehmen sollen. Die Gewerkschaft Verdi ist ebenfalls eingebunden. Die betroffenen Filialen liegen überwiegend im Rhein-Main-Gebiet, aber auch in Rheinland-Pfalz und Bayern.

Zum Hintergrund: Glocken-Bäcker ist seit 1986 ein Produktionsbetrieb der Rewe. Das Geschäft mit Backwaren gilt im Unternehmen als wenig lukrativ, doch für die sichere Versorgung der Rewe Group als essentiell. Das Unternehmen wolle auch in Zukunft weiter an einem eigenen Bäcker festhalten. Aktuell leidet der Rewe-Konkurrent Aldi unter der Pleite der Bäckereigruppe Kronenbrot, die bei dem Discounter zum Teil für leere Regale sorgt.

Glocken-Bäcker produziert an den Standorten Frankfurt und Bergkirchen bei München Backwaren für die Rewe Group. Die Trennung vom Shop-Geschäft wird auch Auswirkungen auf die Beschäftigten am Standort Frankfurt haben. Dort müssen Mitarbeiter gehen. Von den 500 Stellen werden nach Informationen von manager magazin voraussichtlich weniger als 10 Prozent abgebaut. "Das Unternehmen ist bereits erfolgreich im Gespräch mit Gewerkschaft und Betriebsrat, um sozialverträgliche Lösungen für die betroffenen Mitarbeiter zu finden", so der Rewe-Sprecher.

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