Freitag, 6. Dezember 2019

Benko gegen Mateschitz Milliardäre kämpfen um Nachrichtenhoheit in Österreich

Milliardäre im Zwist: René Benko (l.) und Dietrich Mateschitz
Reuters, DPA
Milliardäre im Zwist: René Benko (l.) und Dietrich Mateschitz

3. Teil: Warten auf den Showdown

Weil die Signa Holding unter anderem Bankverbindungen zur russischen Sberbank falsch dargestellt sah, ging sie vor Gericht und reichte vor dem Landgericht Salzburg Klage gegen den Addendum-Herausgeber ein.

Aber das war nicht alles: Die Verbreitung der Addendum-Geschichte, die neben Internetseite, Podcasts und TV-Beiträgen auch über Beileger in großen Tageszeitungen erfolgte, verlief anders als geplant.

Der Kurier, an dem Benko seit November 2018 rund 25 Prozent hält, weigerte sich, das Heft wie geplant beizulegen - laut Addendum "ohne Angaben von Gründen". Kurier-Geschäftsführer Thomas Kralinger erklärte später auf Anfrage des "Falter", das Heft sei unabhängig vom Inhalt wegen der Anzeigen und der Aufmachung abgelehnt worden.

Andere Zeitungen indes stießen sich nicht daran. Die für den "Kurier" eingeplanten Exemplare gingen laut Addendum an Österreichs "Kleine Zeitung". Und die Berichterstattung über die Vorgänge ließen die Zugriffszahlen laut Addendum sogar noch weiter steigen.

Bei Signa wollte man sich auf Anfrage von manager-magazin.de nicht zu den Vorgängen äußern. Auch Red-Bull-Unternehmer Dietrich Mateschitz hielt sich bislang bedeckt.

Bis die Streitsache Addendum vor Gericht kommt, dürfte es allerdings noch dauern. Die Addendum-Macher haben mittlerweile die Gelegenheit zur Stellungnahme bekommen. Bis zum Showdown der Lager bei der mündlichen Verhandlung dürfte es nach den Worten eines Gerichtssprechers allerdings noch einige Monate dauern.

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung