Montag, 22. Juli 2019

Benko gegen Mateschitz Milliardäre kämpfen um Nachrichtenhoheit in Österreich

Milliardäre im Zwist: René Benko (l.) und Dietrich Mateschitz
Reuters, DPA
Milliardäre im Zwist: René Benko (l.) und Dietrich Mateschitz

2. Teil: Streit um Benko-Bericht von Mateschitz-Plattform

Benko ist nicht der einzige Milliardär, der sich im österreichischen Medienbetrieb tummelt. Limonadenunternehmer und Marketing-Großmeister Dietrich Mateschitz, dem 49 Prozent an Red Bull gehören und dessen Vermögen "Forbes" zuletzt auf 23 Milliarden Dollar schätzte, hat bereits vor Jahren in seinem Heimatland begonnen, ein Medienimperium aufzubauen. Neben dem Fernsehsender Servus TV, einem Musiklabel, einem Buchverlag sowie einem wachsenden Angebot an aufwändig produzierten Zeitschriften gehört dazu seit 2017 die Investigativplattform Addendum.

Das dem Unternehmer zufolge vollkommen unabhängig agierende und von der Mateschitz-Stiftung "Quo vadis veritas" finanzierte Projekt hat es sich auf die Fahnen geschrieben, "an der Wiederherstellung einer gemeinsamen Faktenbasis für eine qualifizierte politische Debatte zu arbeiten", wie es auf der Internetseite heißt.

Die Plattform, von einigen als österreichisches "Breitbart" oder Sprachrohr des "Wutbürgers Mateschitz" erwartetes Medium, bearbeitet Themen von Asyl über Korruption bis hin zu Gesundheit und sorgte in der Vergangenheit mit provokanten Titeln wie "Ist Demokratie wirklich so eine gute Idee" über Österreich hinaus für Aufsehen.

Nun sind die beiden Imperien der Milliardäre aufeinander geprallt.

Anlass war eine Artikelserie von Addendum, in der sich Mateschitz' Investigativplattform im März dem "System Signa" widmete. Thema war dabei unter anderem die umstrittene Expansion Benkos in Bozen, wo der Unternehmer zusätzlich zu seinem Einkaufszentrum und diversen Büro- und Wohngebäuden ein per Seilbahn erreichbares Naherholungsbiet am Bozener Hausberg Virgl plant, dessen Herzstück ein "Ötzi"-Museum werden soll. Auch den Bozener Flughafen hat sich Signa zusammen mit anderen Investoren bereits gesichert.

Neben Benkos Projekt in Bozen widmeten sich die Investigativjournalisten zudem ausführlich den Vorgehensweisen und Geschäftspraktikern des Kaufhauskönigs. Und sie beleuchteten dessen Geschäfts- und Bankverbindungen. Dabei stießen sie auf Widerstand aus dem Benko-Lager.

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