Donnerstag, 20. Juni 2019

Supermarktkette entsetzt Datenschützer Real analysiert heimlich Gesichter von Kunden an der Kasse

Real-Kunden erfahren nicht, dass ihr Blickverhalten heimlich gefilmt und analysiert wird

Wer an der Supermarktkasse auf Werbebildschirme guckt, muss damit rechnen, dass der Bildschirm zurückguckt. Wie die "Lebensmittelzeitung" (€) berichtet, setzt die Metro-Tochter Real bereits in 40 Märkten eine Software ein, die per Kamera Alter und Geschlecht der Kunden analysieren soll und auch die Blickdauer misst.

So können etwa Frauen und Männern jeweils unterschiedliche Produkte gezeigt werden. Kundinnen und Kunden erfahren nicht, dass das passiert.

Anbieter der Systeme halten das für unproblematisch, weil ja nur anonyme Daten genutzt würden. Das sieht laut "Lebensmittelzeitung" etwa der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar ganz anders. Die Händler müssten die Kunden informieren, weil ihre Bilder von Kameras erhoben würden - das falle unter die Vorschriften zur Videoüberwachung.

Die Zeitung zitiert mehrere Anbieter für Werbetechnologie, die noch weitere Einsatzmöglichkeiten sehen: So könne man auch interaktive Systeme einsetzen, bei denen Kunden bewusst Bildschirme mit dem eigenen Foto nutzen können, oder aber auch die Mimik der Kunden analysieren und sogar anhand ihrer Kleidung einer Einkommensgruppe zuordnen.

mh

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