Spielwaren Playmobil-Mutter leidet unter hohen Kosten

Der Ukraine-Krieg, die Probleme in den Lieferketten und die gestiegenen Kosten stellen auch für die Playmobil-Mutter erhebliche Herausforderungen dar. Trotz des Umsatzverlustes will das Unternehmen bis 2027 klimaneutral produzieren.
Playmobil-Mutter: Gründe für die Umsatzrückgänge bei der Horst-Brandstätter-Group sind unter anderem extrem gestiegene Kosten für Fracht und Kunststoff

Playmobil-Mutter: Gründe für die Umsatzrückgänge bei der Horst-Brandstätter-Group sind unter anderem extrem gestiegene Kosten für Fracht und Kunststoff

Foto: Sebastian Kahnert/ DPA

Die Horst-Brandstätter-Group, Muttergesellschaft der Spielzeugmarke Playmobil sowie von Lechuza-Pflanzgefäßen, musste im abgelaufenen Geschäftsjahr Einbußen beim Umsatz hinnehmen. Die Erlöse hätten sich im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2021/2022 um 2,8 Prozent auf 736 Millionen Euro verringert, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Zirndorf bei Nürnberg mit. Seit dem Tod von Inhaber Horst Brandstätter 2015 mutiert die Kultfirma langsam zum Krisenfall. Der einst hochprofitable Konzern verdient immer weniger Geld. Playmobil-Topleute warnen, der Trend gehe zunächst wahrscheinlich weiter nach unten.

Gründe für die Umsatzrückgänge seien unter anderem extrem gestiegene Frachtkosten und stark nach oben gegangene Kosten für Kunststoff. Bei Playmobil habe das Minus im Vergleich zum vorangegangenen Geschäftsjahr 4,3 Prozent betragen. Hier hätten besonders die Playmobil-Funparks unter pandemiebedingten Einschränkungen gelitten.

"Das Zusammentreffen von Pandemie, Krieg und Verknappung von Rohstoffen, große Herausforderungen bei den Lieferketten und nicht zuletzt die aktuelle Inflation hat die globale Wirtschaft so noch nicht erlebt", sagte Brandstätter-Vorstandschef Steffen Höpfner. "Auch wir können uns dem nicht entziehen." Als eines der ersten habe sich das Unternehmen aus dem Russland-Geschäft zurückgezogen und verzichte nun auf Umsätze von zehn Millionen Euro.

Die Horst-Brandstätter-Group werde in den nächsten Jahren 50 Millionen Euro in den Klimaschutz investieren, mit dem Ziel, 2027 Klimaneutralität zu erreichen. Bis 2030 sollen geschlossene Materialkreisläufe in der Produktion erreicht werden. Besonders bei der Marke Playmobil bestehe in dieser Hinsicht eine große Verantwortung, hieß es. Kindern solle von klein auf gezeigt werden, wie wichtig der Schutz des Planeten sei.

Darüber hinaus plant Playmobil eine Großübernahme. Wie das manager magazin im Februar berichtet hat , lotet Playmobil laut Insidern aus, ob und für welchen Preis der wachstumsstarke Konkurrent Schleich zu haben wäre.

sio/dpa
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