Innerhalb eines Jahres Peloton-Chef streicht zum vierten Mal Stellen

Heimtrainer-Spezialist Peloton stürzte massiv ab, als die Fitnessstudios nach der Hochphase der Pandemie wieder öffneten. Um das Unternehmen zu sanieren, kürzte Vorstandschef Barry McCarthy massiv Stellen. Doch das reicht nicht. Der frühere Spotify-Manager kündigt die vierte Entlassungsrunde in diesem Jahr an.
Absturz: Um den verlustreichen Sportartikel-Spezialisten zu retten, sei der Abbau weiterer 500 Jobs nötig

Absturz: Um den verlustreichen Sportartikel-Spezialisten zu retten, sei der Abbau weiterer 500 Jobs nötig

Foto: SHANNON STAPLETON / REUTERS

Der kriselnde Sportartikel-Spezialist Peloton kommt bei seiner Sanierung nicht wie erhofft voran und streicht Hunderte weitere Stellen. Etwa 12 Prozent seiner Belegschaft will der seit Februar amtierende Vorstandschef Barry McCarthy entlassen. Wenn in den kommenden sechs Monaten kein Umschwung gelinge, werde Peloton wahrscheinlich nicht als eigenständiges Unternehmen fortbestehen können, sagte McCarthy dem "Wall Street Journal" (Donnerstag).

Um die verlustreiche Firma wieder auf Kurs zu bringen, habe McCarthy den Beschäftigten mitgeteilt, dass der Abbau weiterer 500 Jobs nötig sei, heißt es in dem Bericht. Danach werde das Unternehmen weltweit nur noch rund 3800 Mitarbeiter haben. Im vergangenen Jahr seien es zeitweise noch doppelt so viele gewesen.

"Ich weiß, dass sich viele von Ihnen durch die heutige Nachricht verärgert, frustriert und emotional ausgelaugt fühlen werden, aber dies ist ein notwendiger Schritt, wenn wir Peloton retten wollen, und das werden wir", sagte McCarthy in einem an die Belegschaft versandten Memo.

Die Aktie  des finanziell angeschlagenen Fitnessgeräte-Anbieters legte am Donnerstag um rund 2 Prozent zu. Damit ist das Papier jedoch immer noch nur einen Bruchteil von dem Kurs von vor einem Jahr wert. Im Oktober 2021 hatte die Aktie noch rund 100 Dollar gekostet, seit Juni dieses Jahres ist sie weniger als zehn Dollar wert.

Peloton hatte zu Beginn der Pandemie einen Boom erlebt, da das Unternehmen von der starken Nachfrage nach Sportgeräten für daheim profitierte. Die durch die Pandemie ausgelöste Verkaufsdynamik ebbte jedoch bald mit der Wiedereröffnung von Fitnessstudios ab und stürzte das Unternehmen in eine Reihe von Quartalsverlusten.

"Wir bauen diese Stellen ab und reduzieren andere Betriebskosten, um bis zum Jahresende 2023 einen ausgeglichenen Cashflow zu erreichen", hieß es in dem Memo weiter. Mit der nunmehr vierten Entlassungsrunde sei der größte Teil der Umstrukturierung abgeschlossen.

dri/dpa-afxp, Reuters
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