Dienstag, 16. Juli 2019

DSV will Panalpina Schnappt ein dänischer Logistiker Kühne + Nagel das Übernahmeziel weg?

DSV-Truck: In der Logistikbranche bahnt sich eine Milliardenübernahme an

Die dänische DSV stößt eine weitere Großübernahme in der Logistikbranche an. Das Unternehmen will den Schweizer Wettbewerber Panalpina für rund vier Milliarden Franken (3,6 Milliarden Euro) kaufen. "Ein Zusammenschluss von DSV und Panalpina würde ein globales Transport- und Logistikunternehmen mit bedeutenden Wachstumschancen schaffen", hieß es in einer DSV-Mitteilung vom Mittwoch.

Der Verwaltungsrat von Panalpina prüfe den Vorschlag mit seinen Beratern und informiere zu gegebener Zeit weiter. Entscheidend dürfte die Haltung der Ernst Göhner Stiftung sein, die rund 46 Prozent der Panalpina-Anteile hält. Die Stiftung wollte sich vorerst nicht äußern.

DSV machte einen unverbindlichen Vorschlag, Panalpina für 170 Franken in bar und eigenen Aktien zu kaufen. Dies entspricht einem Aufschlag von knapp einem Viertel gemessen am Schlusskurs des Vortages. Die Panalpina-Aktie schoss am Vormittag um 31 Prozent auf 179 Franken - damit gehen die Anleger davon aus, dass eine noch höheres Offerte für Panalpina vorgelegt werden dürfte.

Vontobel-Analyst Michael Foeth bewertete den Vorschlag der Dänen als angemessen. "Aber wir können ein höheres Angebot eines anderen Spielers nicht ausschließen", erklärte er. Im November hatte der Schweizer Rivale Kühne + Nagel Börsen-Chart zeigen Interesse an Panalpina signalisiert. Ein Sprecher von Kühne+Nagel wollte sich nicht äußern.

Cevian hat die Geduld mit Panalpina verloren

Auf eine Übernahme von Panalpina drängt der zweitgrößte Eigner Cevian, der unter anderem auch an Bilfinger Börsen-Chart zeigen und Thyssenkrupp Börsen-Chart zeigen beteiligt ist. Kapitalmarktexperten zufolge ist das für den aktivistischen Investor die beste Option, die Beteiligung von rund 12 Prozent zu einem guten Preis abzustoßen. Ein Cevian-Sprecher wollte sich nicht äußern.

Cevian ist seit rund acht Jahren an Panalpina beteiligt, hat inzwischen aber die Geduld verloren und einen Wechsel des Verwaltungsrats-Präsidenten durchgedrückt. Angesichts zu hoher Kosten und zu niedriger Umsätze sei der Konzern schlecht geführt, monierte Cevian. Tatsächlich hinkt Panalpina etwa dem Rivalen Kühne+Nagel beim Wachstum hinterher, unter anderem weil sich die Einführung eines neuen Informatik-Systems verzögert hat.

In einem fragmentierten Markt sind DSV und Panalpina mittelgroße Anbieter, als Marktführer gilt DHL gefolgt von Kühne+Nagel und DB Schenker. Panalpina beschäftigte zuletzt rund 14.000 Mitarbeiter und setzte rund 5,5 Milliarden Franken (4,9 Milliarden Euro) um. DSV hat zirka 45.000 Mitarbeiter und kam 2017 auf einen Jahresumsatz von umgerechnet etwas mehr als 10 Milliarden Euro.


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In der Logistikbranche läuft zurzeit eine Konsolidierung. So stellte der französische Schifffahrtskonzern CMA CGM eine Übernahme der Schweizer Ceva Logistics in Aussicht. Zuvor hatte bereits DSV um Ceva gebuhlt. DSV hat bereits mehrere größere Übernahmen wie die kalifornische UTi erfolgreich integriert.

mg/rtr, dpa-afx

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