Onlinehändler Otto meldet Umsatzeinbruch in Deutschland

Der Umsatz des Onlinehändlers ist im ersten Geschäftshalbjahr deutlich zurückgegangen. Schuld daran sind auch hier vorwiegend die gestiegenen Lebenshaltungskosten, die Verbraucher belasten.
2019 hatte er noch gut lachen: Der Vorstandsvorsitzende der Otto Group, Alexander Birken

2019 hatte er noch gut lachen: Der Vorstandsvorsitzende der Otto Group, Alexander Birken

Foto: Christian Charisius/ dpa

Auch die in den vergangenen Jahren erfolgsverwöhnten Onlinehändler wie die Otto-Gruppe spüren nun die Krise. "In Deutschland ist unser Umsatz im ersten Geschäftshalbjahr von März bis August um 13,5 Prozent zurückgegangen", sagte Konzernchef Alexander Birken (58) dem "Handelsblatt". Die Verbraucher achteten auf jeden Cent. Eine Trendwende sei nicht absehbar. Im Ausland – etwa in den USA – laufe das Geschäft aber gut. Dort gebe es ein Wachstum von mehr als 8 Prozent. So sei der Umsatz über die gesamte Gruppe im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres um 5,6 Prozent gesunken.

Otto-Gruppe kämpft mit steigenden Kosten

Zugleich müsse die Otto-Gruppe mit steigenden Kosten in praktisch allen Bereichen zurechtkommen. Dies könne man aber angesichts der hohen Inflation nur zu einem kleinen Teil an die Kunden weitergeben. Deshalb sinkt die Gewinnmarge. "Wir wissen heute schon, dass wir an das Spitzenergebnis des vergangenen Jahres nicht herankommen werden", sagte Birken.

Otto hatte zuletzt drastische Energiesparmaßnahmen verkündet: Der Hamburger Handelskonzern will die Temperaturen in seinen Büros und Arbeitsräumen auf 20 Grad absenken und bei der Konzerntochter Hermes ganze Gebäudekomplexe schließen. Bei der Textiltochter Witt will der Konzern unter anderem sogar das Warmwasser in den Büros abstellen.

frm/dpa-afx
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