Dienstag, 26. Mai 2020

Neues Konzept Ikea erobert die Innenstadt

Neues Konzept: Ikea in der City
DPA

Ikea hat in Hamburg Altona seine weltweit erste Innenstadtfiliale eröffnet - mit einem neuen Konzept und ungewohnten Transportangeboten. Besucher kommen in Scharen - doch mit dem Ladenkonzept fremdeln sie noch.

Hamburg - Die Begrüßung ist ikeatypisch. "Hej Nachbarn, herzlich willkommen". Jeder Besucher, der am Montag den neuen Ikea-Laden in der Hamburger Innenstadt betritt, wird von gelbbehemdeten Ikea-Mitarbeitern freundlich begrüßt. Die obligatorische riesige blaue Einkaufstasche gibt es obendrauf - und einen Plan, damit man sich im neuen Laden auch zurechtfindet.

Und der ist auch nötig. Denn selbst Ikea-erfahrene Einkäufer kommen hier ins Schleudern. "Noch aufgeregter als sonst", sind zwei Damen aus Wedel, die gerade verzweifelt versuchen, sich mit einer Packung Kerzen zu den Kassen im zweiten Stock durchzuschlagen. Das ist im neuen Innenstadt-Shop nicht so einfach wie in den riesigen Möbelhäusern gleich neben der Autobahn. Zahlreiche Ikea-Helfer, einige davon im Blumenkleid, müssen den Kunden den Weg weisen.

Verkehrte Ikea-Welt - das Hochlager im zweiten Stock

Im Aufbau unterscheidet sich der neue Ikea stark von den Standard-Möbelhäusern auf der grünen Wiese. "Wir haben hier alles thematisch sortiert", erklärt ein Ikea-Helfer am Eingang. Zwar gibt es auch weiterhin das gewohnte numerisch organisierte SB-Hochlager, wo man den Schrank oder Sessel seiner Wahl auf den Einkaufswagen wuchten kann. Doch das Hochregallager befindet sich statt im Erdgeschoss jetzt im 2. Stock. Wer Vasen, Bettzeug und Lampen sucht, wird im ersten Stock und im Erdgeschoss fündig.

Auch was den Transport betrifft, geht Ikea neue Wege. Müssen die Schweden allerdings auch. Denn mit dem Auto ist das Haus in der Altonaer Fußgängerzone nur unter Mühen zu erreichen. Parkplätze gibt es zwar auch im angeschlossenen Parkhaus. Doch geworben wird mit neuen Dienstleistungen wie Lieferdiensten und Lastentaxis, die auf Wunsch den Kunden samt Ware gleich mitnehmen. Wer mag und fit genug ist, kann sich auch für eine Dauer von drei Stunden kostenlos einen Fahrradanhänger ausleihen.

Die Planer des Ikea-City-Hauses haben sich bemüht, den Kunden entgegenzukommen - aus gutem Grund. Um Publikum, das vielleicht nur schnell ein Kissen oder eine Vase kaufen möchte, nicht abzuschrecken, sind überall mögliche Abkürzungen ausgeschildert. Und wer sich nicht im zweiten Stock in eine lange Schlange an der Kasse einreihen mag, kann im Erdgeschoss auch selbst am Kassenautomaten auschecken. Ein Vorgehen, mit dem Ikea gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt.

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