Sonntag, 26. Januar 2020

Gemeinschaftsunternehmen Froneri ist der Käufer Nestlé verkauft US-Speiseeisgeschäft für vier Milliarden Dollar

Haagen-Dazs: Eine von mehreren Top-Marken im Speiseeis-Portfolio des Lebensmittelriesen Nestlé
Denis Charlet / AFP
Haagen-Dazs: Eine von mehreren Top-Marken im Speiseeis-Portfolio des Lebensmittelriesen Nestlé

Nestlé-Chef Mark Schneider treibt den Umbau des Nahrungsmittelriesen weiter voran. Das US-Speiseeisgeschäft geht für vier Milliarden Dollar an das zusammen mit dem Finanzinvestor PAI Partners betriebene Gemeinschaftsunternehmen Froneri, wie Nestlé am Mittwochabend mitteilte.

Mit dieser Transaktion komme Froneri dem Ziel, weltweiter Eiscreme-Marktführer zu werden, einen großen Schritt näher. Froneri sei gegenwärtig in Europa, Lateinamerika, Afrika und im asiatisch-pazifischen Raum tätig. Mit der Übernahme des Nestlé-Geschäfts verstärke die Gesellschaft ihre Präsenz im größten Speiseeismarkt der Welt.

Die Transaktion soll voraussichtlich im ersten Quartal 2020 abgeschlossen werden. Das verbleibende Nestlé-Speiseeisgeschäft in Kanada, Lateinamerika und Asien soll im Rahmen der aktuellen Marktstruktur weitergeführt werden.

Nestlé Börsen-Chart zeigen und PAI Partners hatten Froneri 2016 gegründet, wobei PAI das Unternehmen R&R eingebracht hat. Seitdem habe Froneri ein schnelles Umsatz- und Gewinnwachstum erzielt und kontinuierlich Marktanteile hinzugewonnen.

Das Speiseeisgeschäft von Nestlé USA erzielte 2018 einen Umsatz von 1,8 Milliarden Dollar. Mit Marken wie Häagen-Dazs, Drumstick und Outshine sei man in wichtigen Speiseeiskategorien führend, insbesondere im Super-Premium-Sektor. Zudem verfüge man hier über hervorragende Marketing-, Produktions- und Vertriebskapazitäten.

"Die Gründung von Froneri war ein phänomenaler Erfolg", wird Nestlé-Chef Mark Schneider in der Mitteilung zitiert. "Das Unternehmen ist unser globaler strategischer Partner im Bereich Speiseeis geworden und nun werden wir das erfolgreiche Geschäftsmodell von Froneri auch auf die USA übertragen."


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Schneider hat sich bereits von einer ganzen Reihe von schwächelnden Bereichen und Sparten getrennt, die nicht zum Kerngeschäft passen. Das Geld investiert der Manager in Wachstumsbereiche wie Kaffee, Babynahrung, Tiernahrung oder Wasser.

Speiseeis sei ein wettbewerbsintensives Geschäft, erkläre Kepler Cheuvreux-Analyst Jon Cox. Traditionelle Markteintrittsbarrieren erodierten, Eigenmarkten gewännen Marktanteile und neue Vertriebskanäle seien am Entstehen. Der Konzernumbau stößt bei den Anlegern auf viel Zuspruch. Nestle hat an der Börse im laufenden Jahr fast ein Drittel zugelegt und ist inzwischen mehr als 300 Milliarden Franken wert.

Analyst Martin Deboo vom Analysehaus Jefferies sprach in einer aktuellen Studie von einer angenehmen Überraschung, wenngleich sich der Deal kaum auf das Zahlenwerk des Nahrungsmittelkonzerns auswirken dürfte. Bislang habe es so ausgesehen, als ob sich die Schweizer bei der Bereinigung ihres Portfolios eine Pause gönnen würden.

rei/dpa/Reuters

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