Samstag, 30. Mai 2020

Neue Luxus-Kaffeehauskette Warum Nespresso sich jetzt mit Starbucks anlegt

Neues Geschäftsmodell: Nespresso schenkt künftig auch im eigenen Kaffeehaus aus - die erste Filiale soll bereits im März in Wien eröffnen

2. Teil: Was Formel-1-Prominenz und Nespresso-Kunden gemein haben

Zu weiteren Details des Projektes wollten sich beiden Seiten zunächst nicht äußern. Dass beide Partner über erhebliche Erfahrung im Premium-Segment verfügen ist aber unbestreitbar. So verköstigt die börsennotierte Do & Co bereits seit Jahren die Formel-1-Prominenz, war mehrere Jahre lang für den Restaurantbetrieb der BMW-Welt verantwortlich und betreibt mehrere Restaurants sowie ein Luxushotel in Wien.

Auch Starbucks macht schon in Luxus

Mit der Fokussierung auf den Premium-Kaffee-Markt steht Nespresso allerdings nicht allein. In den USA ist mit Anbietern wie Blue Bottle der Siegeszug einer "dritten Generation" von Kaffeehausketten, die sich auf die Wurzeln der Kaffee-Kultur besinnt , bereits im vollen Gange. Auch die US-Kaffeekette Starbucks hat das Potenzial im Luxussegment bereits erkannt und mit Starbucks Reserve eine eigene Luxus-Version seiner Läden aus der Taufe gehoben.

Das Wachstum im Kapselgeschäft dürfte sich für Nespresso indes weiter abschwächen. Zwar sind Kaffee-Kapseln weltweit immer noch auf dem Vormarsch. Mit Anbietern wie Master Blenders (Senseo und künftig wohl auch Mondelez), Dallmayr, Aldi, Lidl, und der Ethical Coffee Company oder Caffé Vergnano buhlen alleine in Europa mittlerweile mehr als 50 Kapsel-Anbietern um die Gunst der Kunden.

Entsprechend erwarten Analysten wie Jean-Philippe Bertschy vom Schweizer Bankhaus Vontobel , dass sich das Umsatzwachstum von Nespresso von einst 29 Prozent im Jahr 2009 und 14 Prozent 2013 in den nächsten Jahren auf 8 bis 12 Prozent abschwächen dürfte.

Allerdings dürfte die Schmerzen angesichts einer Gewinnmarge von geschätzt 30 Prozent und einem Umsatz von rund 4,5 Milliarden Schweizer Franken (nach aktuellem Wechselkurs 4,2 Milliarden Euro) im vergangenen Jahr verkraftbar sein.

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