Mittwoch, 8. April 2020

Chefaufseher holt Vertraute nach Molkereikonzern Müller holt Ex-Kuka-Personalchefin in den Vorstand

Theo Müller: Der Milch-Mogul hat mit Problemen zu kämpfen und baut erneut die Führung um

Pünktlich zum 80. Geburtstag ordnet Molkereimogul Theo Müller sein Lebenswerk neu. Wenige Tage, nachdem bekannt wurde, dass der Patriarch seinen Aufsichtsratssitz an Sohn Stefan übergibt, schließt der Konzern auch die Lücke im Vorstand. Als neue Personalchefin kommt nach Informationen des manager magazins Silvia Buchinger an Bord. Buchinger gilt als Vertraute von Till Reuter. Den früheren Chef des Robotikspezialisten Kuka hatte Müller im Herbst als Aufsichtsratschef installiert, nun holt Reuter seine frühere Kollegin nach.

Milch-Mogul in Not: Wie Theo Müller Opfer seiner eigenen Steuertricks wurde

Die Vakanz im Personalressort war im Vorjahr durch den Wechsel von Dirk Barnard zur Schwarz Gruppe (Lidl, Kaufland) entstanden. Reuter genießt inzwischen großes Vertrauen bei Müller und gilt intern als der starke Mann, sollte Inhaber Müller etwas passieren. Spannend wird allerdings sein, wie er mit Müllers Sohn Stefan auskommt. Stefan Müller galt nach der verpatzen Expansion in die USA - 2015 scheiterte ein Joint Venture mit dem Brauseriesen PepsiCo - als verstoßen und baute mit Colostrum Biotec, einem Spezialisten für Vormilch, ein eigenes Unternehmen auf.

Als Vater Theo jedoch vor drei Monaten seine neun Kinder versammelte und ihnen die Frage stellte, wer ihm als Aufseher nachfolgen will, haben diese, so berichten es Insider, für den ältesten Sohn plädiert. Theo Müller hat aus dem väterlichen Milchbetrieb mit vier Mitarbeitern einen Molkereigiganten mit 5,6 Milliarden Euro Umsatz geschaffen. Nach vielen Zukäufen hat der Konzern jedoch vor allem mit Problemen im größten Absatzmarkt Großbritannien sowie im Feinkostgeschäft (Homann) zu kämpfen.

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