Donnerstag, 23. Mai 2019

Milliarden-Angebot Reimann-Clan will Mehrheit an Kosmetikkonzern Coty

Coty-Firmensitz New York

Die deutsche Milliardärsfamilie Reimann will ihren Anteil am US-Kosmetikkonzern Coty aufstocken und so die Mehrheit übernehmen. Die Familie will bis zu 150 Millionen Aktien zusätzlich erwerben und bietet dafür 11,65 US-Dollar je Papier, wie die Familienholding JAB am Dienstag in Luxemburg mitteilte.

Insgesamt wäre das ein Kaufpreis von bis zu 1,75 Milliarden Dollar (1,55 Milliarden Euro). JAB hält bereits rund 40 Prozent an Coty mit Kosmetikmarken wie Calvin Klein, Gucci oder Wella. Mit 150 Millionen weiteren Papieren würde der Anteil auf rund 60 Prozent steigen.


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Mindestens aber will JAB 50 Millionen Aktien kaufen und den Anteil damit auf etwa 47 Prozent hochschrauben - dies sei eine Bedingung des Angebots.

Die Offerte bedeutet einen Aufschlag von rund 21 Prozent auf den Schlusskurs der Aktien vom Montag bei 9,66 Dollar. Der Kurs zog am Dienstag vorbörslich um 18,6 Prozent auf 11,46 Dollar an.

Coty: Verlust und deutlicher Umsatzrückgang im zweiten Quartal

Coty hatte im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2018/19 einen Umsatz von umgerechnet 2,51 Milliarden Dollar (2,21 Milliarden Euro) erwirtschaftet, was einem Minus von 4.8 Prozent entspricht. Der Konzernverlust belief sich nach Berichten auf 960 Millionen Dollar, im Vorjahreszeitraum hatte hier noch ein Gewinn von 109 Millionen Dollar gestanden.

Dabei hatte der Luxusbereich mit Marken wie Gucci und Burberry seinen Umsatz um 7 Prozent auf rund 1,1 Milliarden Dollar steigern können. Im Bereich "Consumer Beauty" hingegen sanken die Umsätze um 15 Prozent auf rund 968 Millionen Dollar. Der erst im November 2018 neu installierte Coty-Chef Pierre Laubies erklärte darauf hin, die Bruttomarge deutlich verbessern zu wollen.

Dieser Rückgang sei vor allem auf schlechtere Geschäfte in den USA und Europa zurückzuführen, aber auch auf anhaltende Störungen in der Lieferkette in Nordamerika zurückzuführen.

In Reaktion auf das Angebot von JAB haben die Rating-Analysten von Standard und Poor's ihren Ausblick für die Holding auf negativ gesenkt. Die Aktien könnten womöglich nicht ausreichend werthaltig sein, um die Finanzierungsziele der Holding zu erfüllen, heißt es in einer Mitteilung von Dienstag.

rei mit dpa-afx

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