Donnerstag, 22. August 2019

Angebotsfrist von tschechischem Milliardär Kretinsky läuft aus Welche Optionen der Handelsriese Metro jetzt noch hat

Im Ungewissen: Metro-Chef Olaf Koch

Die Annahmefrist für das Metro-Übernahmeangebot von Daniel Kretinsky ist ausgelaufen. Aktuell sieht es nicht so aus, als ob der tschechische Milliardär mit seinem Vorstoß Erfolg hat. Überstanden ist die Sache für Metro damit aber auch nicht unbedingt. Mögliche Szenarien.

Für Metro-Chef Olaf Koch dürfte der heutige Donnerstag ein bewegter Tag werden. Zwar herrscht bei dem Handelsriesen schon seit Wochen - genauer gesagt seit der ungebetenen Übernahmeofferte des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky Ende Juni - Ausnahmezustand. Am Donnerstag hat Koch dann aber endlich Klarheit, ob der Investor mit seiner Offerte genügend Aktionäre überzeugen konnte. Dann läuft die Frist für Kretinskys Angebot aus. Sind ihm bis dahin 67,5 Prozent der Metro-Aktien angeboten worden, kann er bei dem deutschen Handelsriesen durchregieren.

Danach sieht es aktuell nicht aus. Zwar konnte sich Kretinsky Zugriff auf Anteile von Haniel und Ceconomy sichern, womit Kretinsky und sein Partner Patrik Tkacs potentiell bereits Zugriff auf mehr als 32 Prozent der Aktien haben. Bei den anderen Großaktionären, der Beisheim-Gruppe und der Meridian Stiftung, die zusammen etwas mehr als 20 Prozent der Metro-Aktien halten, stießen Kretinsky und seine EPGC-Holding allerdings auf Widerstand.

Die beiden Großaktionäre wollen sich mit den gebotenen 16 Euro pro Stammaktie nicht abspeisen lassen. Sie kündigten an, ihre Aktien künftig zu poolen - und zusammen ihrerseits Aktien zukaufen zu wollen. Ein Prozess, mit dem sie nach Angaben von stiftungsnahen Kreisen bereits begonnen haben.

Doch auch wenn Kretinsky mit seiner Offerte scheitert. Dass die Tschechen von dem Handelskonzern einfach ablassen und ihre Beteiligung abstoßen werden, gilt als wenig wahrscheinlich. Und würde auch nicht zu Kretinsky und Tkacs passen, die auf Basis von Übernahmen zunächst in Tschechien und der Slowakei mittlerweile nicht nur ein internationales Energie- sondern auch Medienimperium ihr eigen nennen. Und dabei nicht durch Zaghaftigkeit hervorgetreten sind.

Was sind mögliche Szenarien für Metro. Ein Überblick:

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