Montag, 24. Februar 2020

Tausende fürchten um ihren Job Metro und Bieter im Kern einig über Real-Verkauf

Metro und das Bieterkonsortium sind sich über den Verkauf von Real weitgehend einig

Der Handelskonzern Metro Börsen-Chart zeigen hat bei den Verhandlungen über einen Verkauf seiner angeschlagenen Supermarktkette Real mit dem Konsortium um den Immobilieninvestor X-Bricks eine kommerzielle Einigung erzielt. Das teilte das Unternehmen am frühen Dienstagmorgen in Düsseldorf mit. Einzelne offene Punkte seien jedoch noch in Verhandlung.

Demnach sieht das vereinbarte Konzept eine Veräußerung von Real als Ganzes zu einem Unternehmenswert von etwa einer Milliarde Euro vor. Auf Grundlage der kommerziellen Einigung erwarte Metro einen Nettomittelzufluss von etwa 300 Millionen Euro und erwarte weiterhin über 1,5 Milliarden Euro Nettomittelzuflüsse nach sämtlichen Transaktionskosten aus dem Verkauf von Real und der Veräußerung eines Mehrheitsanteils am chinesischen Geschäft.


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Der Supermarktkette mit 277 Real-Märkten und rund 34.000 Beschäftigten droht die Zerschlagung. Denn die künftigen Eigentümer wollen nach den bisher bekanntgewordenen Plänen nur einen kleinen Teil der Real-Märkte selbst weiter betreiben. Der Großteil der Standorte soll an andere Händler wie Edeka oder Kaufland weiterverkauft werden. Einigen Standorten droht auch die Schließung. Die Supermarktkette war zuletzt das Sorgenkind bei dem Düsseldorfer Handelsriesen und hatte im Geschäftsjahr 2018/19 für tiefrote Zahlen bei der Metro gesorgt.

Noch kein verbindlicher Vertragsabschluss

Ein verbindlicher Vertragsschluss sei noch nicht erfolgt, hieß es in der Mitteilung. Auf beiden Seiten stehe die Genehmigung der kommerziellen Einigung durch die zuständigen Gremien noch aus. Ein Vollzug einer etwaigen Transaktion steht zudem unter Vorbehalt der Genehmigung durch Kartell- und Aufsichtsbehörden.

Die Gespräche über eine Übernahme durch die SCP Group und den mit ihr verbündeten Immobilien-Investor X+Bricks hatte Koch eigentlich Ende Januar beenden wollen. Die Verhandlungen dauern indes noch an. Eine endgültige Übereinkunft erwarten Insider nun vor der Hauptversammlung des Handelskonzerns am 14. Februar in Düsseldorf.

rei/Reuters

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