Montag, 14. Oktober 2019

 Bericht über geplante Sonderdividende Metro dementiert Bericht über Abwehrmanöver

Verkehrsschild vor einem Metro-Markt in Nordrhein-Westfalen

Der Handelskonzern Metro hat Berichte dementiert, wonach er sich mit einer Sonderdividende gegen die Übernahme durch den tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky wehren will.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuvor unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen gemeldet, diese könnte aus den Erlösen aus dem geplanten Verkauf der Supermarktkette Real sowie des China-Geschäfts finanziert werden. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht getroffen, hieß es.

Metro erhofft sich demnach 500 Millionen Euro aus dem Verkauf seiner Supermarktkette Real, über den es aktuell mit einem Konsortium um den Immobilieninvestor Redos exklusiv verhandelt. Allerdings hat zuletzt ein Konsortium um den Immobilieninvestor X+Bricks ein höheres Gebot für Real vorgelegt. Die chinesischen Aktivitäten könnten mit zwei Milliarden US-Dollar bewertet werden, hieß es.

EP Global Commerce (EPGC), das Investmentvehikel Kretinskys und seines Partners Patrik Tkacs, hatte Ende Juni ein Übernahmeangebot für den Großhändler unterbreitet. In dem vom 10. Juli bis 7.August befristeten Angebot hatte EP Global Commerce 16,00 Euro je Stammaktie und EUR 13,80 Euro pro Vorzugsaktie geboten - den Angaben zufolge ein Aufschlag von 34,50 Prozent auf den unbeeinflussten Aktienkurs.

Der Metro-Vorstand hatte das Angebot kurz danach abgelehnt mit der Begründung, das Unternehmen werde durch die Offerte "substanziell" unterbewertet. Für den kommenden Mittwoch ist eine ausführlichere Stellungnahme angekündigt. Auf diesen Termin hatte Metro auch die Vorstellung der Quartalszahlen vorgezogen.

Will Metro beherrschen: Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky

Wie es in dem Bericht weiter unter Berufung auf nicht genannte Quellen heißt, fürchtet das Management, dass dem Unternehmen nach einer teils kreditfinanzierten Übernahme beträchtliche Schulden auferlegt werden könnten.

EP Global Commerce seinerseits führt in seinem Übernahmeangebot an, dass Metro von einer eine Vereinfachung der Aktionärsstruktur und langfristig eine privaten Eigentümerstruktur profitieren dürfte.

Die Mindestannahmeschwelle legten Kretinsky und sein Partner bei 67,5 Prozent der Stammaktien fest, wovon ihnen 32,72 Prozent allerdings schon sicher sind, die sie sich unter anderem über Deals mit Ceconomy und Haniel gesichert hatten.

14,2 Prozent hält laut letzten Angaben die Berliner Meridian Stiftung, etwas mehr als 6,5 Prozent die Holding des Unternehmers Otto Beisheim. Wie die beiden dem Angebot gegenüber stehen, würde bislang nicht öffentlich kommuniziert. Etwas mehr als 45 Prozent der Aktien befanden sich zuletzt im Streubesitz.

 mit dpa-afx

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