Montag, 19. August 2019

Bundeskartellamt gibt Milliardär grünes Licht Metro-Investor Kretinsky darf Aktienpaket aufstocken

Milliardär Kretinsky darf ein Metro-Aktienpaket erhöhen

Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky (43) kann mit Billigung des Bundeskartellamts nach bis zu 35 Prozent der Metro-Aktien greifen. Das Kartellamt habe einen Antrag von Kretinskys Investmentgesellschaften zur Prüfung eines Erwerbs von mehr als 25 Prozent und bis zu 35 Prozent der stimmberechtigten Aktien der Metro freigegeben, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Bislang hält der Milliardär einen Anteil von etwa 11 Prozent, über weitere 20,6 Prozent von Haniel und Ceconomy gehaltene Aktien besitzen Kretinsky und sein Partner Patrik Tkac noch eine Option, so dass der Anteil auf über 30 Prozent steigen könnte.

Der unter anderem durch Investitionen in die Braunkohle reich gewordene Tscheche war im vergangenen Jahr bei der Metro eingestiegen und hatte damit für Übernahme-Spekulationen gesorgt. Er legte die Karten bislang aber nicht auf den Tisch.


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Insider hatten im Januar gesagt, Kretinsky arbeite an einem Finanzierungspaket für den Kauf von Metro-Anteilen und einer mögliche Übernahme des Handelsriesen. Die von Kretinsky und seinem Partner Patrik Tkac kontrollierte Investmentgesellschaft EP Global Commerce (EPGC) wolle die Finanzierung und andere Vorbereitungen für eine mögliche Offerte bis März in trockene Tücher bringen. Einige Beobachter rechnen aber auch damit, dass sich angesichts einer abschwächenden Konjunktur das Angebot noch hinziehen könnte.

Auf jeden Fall dürfte sich der Druck auf Vorstandschef Olaf Koch (48) weiter erhöhen. Der Manager will Metro sanieren, unter anderem mit dem bislang missglückten Verkauf der Supermarktkette Real.

Metro-Aktionäre sind noch mit 14,19 Prozent die Meridian-Stiftung der Metro-Mitbegründer Schmidt-Ruthenbeck und mit 6,56 Prozent die Holding der Unternehmerfamilie Beisheim. Letztere hatte erklärt, sich nicht in Verkaufsverhandlungen zu befinden.

Reuters/akn

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