Nach Kochs Abgang Metro bekommt zunächst mal eine Doppelspitze

Nach dem Abgang von Olaf Koch hat der Metro-Aufsichtsrat nun einer Doppelspitze die Führung des Handelskonzerns übertragen. Allerdings ist dies nur eine Übergangslösung.
Problem gelöst - vorläufig: Metro übergibt die Konzernführung erst mal Christian Baier und Rafael Gasset

Problem gelöst - vorläufig: Metro übergibt die Konzernführung erst mal Christian Baier und Rafael Gasset

Foto: Henning Ross/Metro; Rolf Vennenbernd/picture alliance/dpa

Der Handelskonzern Metro wird nach dem Ausscheiden von Vorstandschef Olaf Koch (50) zum Jahreswechsel vorläufig eine Doppelspitze bekommen. Der bisherige Finanzvorstand Christian Baier (44) und sein Vorstandskollege Rafael Gasset (COO) sollen den Handelskonzern gemeinsam führen, bis ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Koch gefunden wurden, wie der Konzern am Montag mitteilte." Das manager magazin hatte bereits vergangene Woche darüber berichtet , dass die Doppelspitze die vorerst verträglichste Lösung ist.

Aufsichtsratschef Jürgen Steinemann (62) betonte, die beiden Manager vereinten bewährte Finanzexpertise und langjährige operative Großhandelserfahrung. Die Suche nach dem oder der neuen Vorstandsvorsitzenden verlaufe planmäßig. "Wir rechnen damit, im Laufe der kommenden Monate einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin berufen zu können", sagte Steinemann.

Koch hatte Mitte August bekannt gegeben, sein Amt aufgeben zu wollen. Er war seit 2012 der Chef des MDax-Konzerns und maßgeblich für den Umbau zum reinen Großhändler verantwortlich. Koch ging aus freien Stücken. Klar ist aber auch, dass der tschechische Milliardär und Metro-Großaktionär Daniel Křetínský (45) dem Metro-Management kritisch gegenüberstand. 

Křetínský war 2018 bei Metro eingestiegen und hatte seinen Anteil auf inzwischen rund 40 Prozent nach und nach erhöht . Er kann damit weiter Anteile zukaufen und seinen Griff um Metro festigen. Er dürfte auch bei der Nachfolge Kochs ein Wort mitreden wollen. Mit der Hauptversammlung im kommenden Jahr läuft zudem das Mandat Steinemanns aus. Welche Pläne er bei dem Großhändler verfolgt, ist offiziell unbekannt. Vieles deutet aber auf eine weitere Zerschlagung der Metro hin .

Doch nicht nur die unsicheren Eigentumsverhältnisse werden das neue Führungsduo beschäftigen. Auch die Corona-Krise belastet das Geschäft des Düsseldorfer Konzerns stark. Zentrale Kundengruppen der Metro wie Gastronomen und Hoteliers sind von den Folgen der Krise erheblich betroffen. 

mg/dpa-afx/Reuters
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