Montag, 24. Februar 2020

Metro-Großaktionäre bauen Anteile aus Gegenwind für Metro-Investor Kretinsky

Daniel Kretinsky: Der Metro-Investor bekommt Gegenwind von anderen Großaktionären
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Daniel Kretinsky: Der Metro-Investor bekommt Gegenwind von anderen Großaktionären

Dem tschechischen Metro-Großaktionär Daniel Kretinsky dürfte sein Metro-Investment aktuell nur wenig Freude bereiten. Nachdem er im Sommer mit einem freiwilligen Übernahmeangebot des Großhändlers scheiterte, haben sich die Übernahmegegner nun nach eigenen Angaben eine De-facto-Sperrminorität verschafft.

Wie die beiden Metro-Großaktionäre Beisheim und Meridian am Dienstag mitteilten, verfügen sie nun zusammen über etwa 23,06 Prozent der Stammaktien. Damit hätten sie ein Quorum erreicht, das eine faktische Sperrminorität auf der Aktionärsversammlung erwarten lasse.

Die Beteiligung von Meridian liegt demnach bei 15,87 Prozent, die von Beisheim bei 7,19 Prozent. Beide Parteien hatten in der Vergangenheit bereits angekündigt, ihren Anteil erhöhen zu wollen.

Eigentlich sind für eine Sperrminorität 25 Prozent der Stimmrechte nötig. Allerdings ist bei Hauptversammlungen in der Regel nicht das gesamte stimmberechtigte Kapital vertreten. So auch bei der Metro: Der höchste Wert der vergangenen fünf Jahre lag bei 2015 bei 80,96 Prozent. Im vergangenen Jahr war sogar nur 78,71 Prozent des stimmberechtigten Kapitals anwesend.

Kretinsky seinerseits hält aktuell 29,99 Prozent der Anteile. Zudem hat er weiter die Option, von Metro-Aktionär Haniel weitere zu erwerben. Allerdings wäre dann ein Pflichtangebot für die übrigen Aktionäre fällig.

Auf der Hauptversammlung könnte es für die Kretinsky-Gegner reichen

Eine Metro-Sprecherin begrüßte die Entwicklung am Dienstag und erklärte, man verstehe "den jetzigen Schritt als Zeichen der aktiven Unterstützung für die Metro-Strategie, sich vollständig auf das Großhandelsgeschäft auszurichten."

Beisheim und Meridian hatten ihre Stimmrechte im Zuge des Übernahmeversuchs durch Kretinsky im August vergangenen Jahres gepoolt. Der tschechische Milliardär, der 2018 zusammen mit seinem Investment-Partner Patrik Tkac bei der Metro eingestiegen war, hatte damals den Anlegern ein Übernahmeangebot von 16 Euro pro Stammaktie unterbreitet, weil er den Konzern ganz schlucken und letztlich von der Börse nehmen wollte.


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Aufsichtsrat, Management und den beiden Großaktionäre des Düsseldorfer Handelsriesen war die Offerte jedoch zu niedrig gewesen. Auch in ihrer Mitteilung vom Dienstag betonten sie erneut, dass der aktuelle Aktienpreis Metros "intrinsischen Wert" nicht widerspiegele. Aktuell wird die Aktie des Großhändlers bei etwa 13 Euro gehandelt.

Von Seiten Kretinskys war am Dienstag zunächst keine Stellungnahe zu bekommen. Am 13. Februar will Metro seine Zahlen vorlegen. Die nächste Hauptversammlung ist für den 14. Februar angekündigt.

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