Neuer Chef kommt von Würth Metro-Aufseher holen Steffen Greubel an die Konzernspitze

Dieses Mal sind sich die Metro-Großaktionäre Křetínský und Beisheim/Meridian einig: Neuer Chef des Handelskonzerns wird der bisherige Würth-Manager Steffen Greubel.
Von Schrauben zu Lebensmitteln: Der Manager Steffen Greubel ist derzeit bei der Würth-Gruppe Mitglied der Konzernführung

Von Schrauben zu Lebensmitteln: Der Manager Steffen Greubel ist derzeit bei der Würth-Gruppe Mitglied der Konzernführung

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Der Großhandelskonzern Metro bekommt wie erwartet einen neuen Chef. Der Aufsichtsrat bestellte Steffen Greubel (47) in einer außerordentlichen Sitzung am Montag zum neuen Vorsitzenden, wie Metro mitteilte. Der Manager unterzeichnete einen Dreijahresvertrag und tritt sein neues Amt im Mai an. Er wolle bei Metro das Wachstum ankurbeln, kündigte er an. Metro hatte bereits am Freitag mitgeteilt, dass das Präsidium des Aufsichtsrats dem Kontrollgremium die Bestellung Greubels empfehlen wolle. Die im MDax gelistete Metro-Aktie  notierte knapp 2 Prozent im Plus.

Aktuell ist Greubel Mitglied der Konzernführung der durch ihre Schrauben bekannt gewordenen Würth-Gruppe, die 2020 einen Umsatz von rund 14,4 Milliarden Euro erzielte. Dort habe er das Kerngeschäft und strategische Projekte geleitet und Erfahrung im Großhandelssektor gesammelt, hieß es in der Mitteilung.

Der neue Chef sei einstimmig vom Aufsichtsrat gewählt worden, teilte Metro weiter mit. Hinter dem neuen Chef stehen also auch die Großaktionäre - der tschechische Milliardär Daniel Křetínský (45) mit einem Anteil von gut 40 Prozent und die Altaktionäre Beisheim und Meridian, die gemeinsam agieren und etwa 23 Prozent an der Metro halten. Beide Blöcke haben Vertreter im Aufsichtsrat und in der Vergangenheit nicht immer an einem Strang zogen.

Greubel muss Geschäft mit Dienstleistungen ausbauen

Auf den neuen Metro-Chef kommt viel Arbeit zu: Sein zum Jahreswechsel ausgeschiedener Vorgänger Olaf Koch (50) hatte den einst weit verzweigten Handelsriesen auf den Großhandel ausgerichtet und dazu unter anderem die Kaufhof-Warenhäuser und die Real-Supermärkte verkauft. Metro erwirtschaftet derzeit mit knapp 100.000 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 25 Milliarden Euro und wird aktuell von den beiden Vorstandsmitgliedern Christian Baier und Rafael Gasset geleitet.

Greubel muss nun das Geschäft mit Dienstleistungen und der Belieferung zentraler Kundengruppen wie Hoteliers und Gastronomen ausbauen. Dabei muss er auch zunächst mit den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie umgehen, die die beiden wichtigen Kundengruppen trifft. Ziel ist es, den chronisch renditeschwachen Handelsriesen profitabler zu machen.

Koch hatte Mitte August bekannt gegeben, sein Amt aufgeben zu wollen. Er war seit 2012 der Chef des MDax-Konzerns und maßgeblich für den Umbau zum reinen Großhändler verantwortlich. Koch ging aus freien Stücken. Klar ist aber auch, dass der tschechische Milliardär Křetínský dem Metro-Management kritisch gegenüberstand.

mg/Reuters, dpa-afx
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