Mittwoch, 13. November 2019

Investor stockt auf 29,99 Prozent auf Milliardär Kretinsky festigt Griff um Metro

Der Tscheche Daniel Kretinsky ist auch Miteigentümer des Fußballvereins Sparta Prag

Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky schwingt sich nach seinem gescheiterten Übernahmeversuch zum größten Einzelaktionär beim Handelsriesen Metro auf. Kretinskys Investmentgesellschaft EPGC übernehme weitere Metro-Aktien von der Duisburger Familienholding Haniel und werde damit 29,99 Prozent der Metro-Anteile halten, teilte EPGC am Donnerstag mit. Zuletzt hatte EPGC rund 17,52 Prozent der Anteile kontrolliert. Mit dem neuen Anteil, den EPGC am 6. November erreichen will, kommt die Gesellschaft knapp um eine erneutes Übernahmeangebot für die Metro herum - dies würde bei einem Überschreiten der Schwelle von 30 Prozent ausgelöst. EPGC habe aber Zugriff auf weitere Aktien aus dem Haniel-Fundus. EPGC strebe zudem eine angemessene Repräsentation im Metro-Aufsichtsrat an, bekräftigte die Gesellschaft.


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Eine erste Übernahme-Offerte Kretinskys für den Düsseldorfer Handelskonzern war im August auch am Widerstand anderer Großaktionäre gescheitert. Kretinsky, der im vergangenen Jahr zusammen mit seinem Investment-Partner Patrik Tkac bei Metro eingestiegen war, wollte den Konzern ganz schlucken und letztlich von der Börse nehmen. Dazu hatte er 16 Euro pro Stammaktie geboten. Aufsichtsrat, Management und zwei Großaktionäre des Düsseldorfer Konzerns hatten die Offerte indes als zu niedrig abgewiesen. Nun baut Kretinsky seinen Anteil aber erneut aus. Die beiden anderen Großaktionäre Beisheim und Meridian verfügen zusammen über 20,63 Prozent der Aktien.

Der mit Investitionen in die klimaschädliche Braunkohle reich gewordene Kretinsky sieht sich nach anderen Investitionsfeldern um. Neben dem Handel engagiert er sich auch bei Medien-Unternehmen. In Deutschland ist er auch bei ProSiebenSat.1 eingestiegen.

rtr/jl

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