Mittwoch, 19. Juni 2019

Gastro-Ketten erfinden sich neu Essen, Trinken - und was noch?

Grünkohl, Tischservice, Öko-Burger: So will McDonald´s aus der Krise kommen
DPA

Die Kunden sind wählerischer geworden: Das bekommen auch McDonald's und Co. zu spüren. Hinzu kommt wachsende Konkurrenz durch Bäckereien und den Einzelhandel.

Vapiano, Hans im Glück und andere mischen den Markt der Gastronomieketten auf: Sie locken mit gestyltem Interieur, regionalen Produkten oder Bio. Die Branche, an deren Spitze in Deutschland ungefochten McDonald's Börsen-Chart zeigen steht, ist dabei, sich neu zu erfinden. "Allein mit dem Angebot von Trinken und Essen lockt man heute kaum noch jemanden von dem Sofa", heißt es beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga).

Auch wenn das Wachstum nicht mehr so rasant ist wie noch vor einigen Jahren: Rund 12 Milliarden Euro (ohne Mehrwertsteuer) setzten die 100 größten Anbieter der Systemgastronomie nach einem von der Dehoga herausgegebenen Überblick auf Grundlage von Schätzungen des Branchen-Fachblattes "food-service" im vergangenen Jahr um. Das waren 2,2 Prozent mehr als 2013. Ohne die beiden Fast-Food-Riesen McDonald's und Burger King hätte das Plus demnach sogar bei 5,2 Prozent gelegen.

"Der gesamte Markt wächst und damit ist auch Platz für neue Anbieter", sagt Valerie Holsboer, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Systemgastronomie. Konkurrenz machen der Branche aus ihrer Sicht vor allem neue Angebote der Bäckereien sowie Einzelhändler, die frische Snacks anbieten - von Salaten bis zu Sushi.

Neues Design für Nordsee-Filialen

Zu den Großen der Systemgastronomie in Deutschland zählt Nordsee. Das 1896 als Deutsche Dampffischerei-Gesellschaft gegründete Unternehmen belegt in dem Dehoga-Ranking Platz 5 der 100 größten Anbieter. Seit 2012 investiert das Bremerhavener Unternehmen kräftig in die Neugestaltung seiner Filialen - etwa 60 Millionen Euro bisher. Etwa ein Drittel der 304 Filialen in Deutschland und Österreich (ohne Tank & Rast Filialen) erstrahlen nach Angaben des Unternehmens inzwischen in neuem Design.

Künftig will das Traditionsunternehmen auch im Einzelhandel präsent sein: Ab Oktober soll es in den Kühlregalen großer Einzelhändler Nordsee-Produkte geben. Mit veganen Angeboten will der Fischbräter zudem neue Kunden in seine Filialen locken. "Wir wollen wachsen, Nordsee ist schuldenfrei und hat starke Gesellschafter", sagt Aufsichtsratschef Heiner Kamps bei der Vorstellung der neuen Strategie.

Das Unternehmen habe operativ immer Gewinne erwirtschaftet. "Nordsee ist ein Juwel", sagte Minderheitsgesellschafter Kamps. Zunächst will sich das Unternehmen auf die Umsetzung der neuen Kampagne auf seinen wichtigsten Märkten Deutschland und Österreich konzentrieren. "Dann werden wir sehen, ob wir stärker in die Expansion gehen", sagt Kamps.

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