Donnerstag, 19. September 2019

Elektronikhändler verschlankt sich Media-Saturn baut 600 Stellen ab

Saturn-Logos vor einem Markt in Düsseldorf: Das Unternehmen will sparen und baut Stellen ab.

Nun ist es offiziell: Der Unterhaltungselektronikhändler MediaSaturn baut in seinen zentralen Verwaltungsbereichen in Ingolstadt und München insgesamt 600 der mehr als 3000 Stellen ab, um wirtschaftlich wieder in die Spur zu finden. Darüber informierte Unternehmenschef Ferran Reverter die Belegschaft im Rahmen eines sogenannten Townhall-Meetings, wie ein Unternehmenssprecher gegenüber manager-magazin.de bestätigte. Schon im April hatte Reverter die Mitarbeiter auf die Einschnitte vorbereitet. Als manager magazin bereits im März - und wie sich heute zeigt recht präzise - die geplante Größenordnung des Stellenabbaus publizierte, sprach das Unternehmen allerdings noch von Spekulation.

Betroffen von dem Stellenabbau sind dem Sprecher zufolge ausschließlich Mitarbeiter in der zentralen Verwaltung. Das gilt für die Media Saturn Holding ebenso wie für Media Saturn Deutschland sowie die Marketingtochter Redblue. Weil in den vergangenen Monaten bereits etwa 200 Mitarbeiter das Haus verlassen haben, stehen allerdings lediglich 400 weitere Abgänge an.

Dabei setzt MediaSaturn auf Freiwilligkeit, betriebsbedingte Kündigungen sollen verhindert werden. Auf der Mitarbeiterversammlung stellte Personalchef Werner Boekels den mit dem Betriebsrat vereinbarten Sozialplan vor. Demnach winkt jedem, der das Unternehmen aus freien Stücken verlässt, nach Informationen von manager-magazin.de eine Abfindung, die je nach Einzelfall bis zu 250.000 Euro betragen kann. Zudem soll Betroffenen eine sogenannte Outplacement-Beratung für die Dauer von bis zu 24 Monaten nach dem Ausscheiden angeboten werden.

Hintergrund: Vor allem die Online-Konkurrenz von Amazon Börsen-Chart zeigen und Co setzt MediaSaturn sowie die börsennotierte Muttergesellschaft Ceconomy wie auch den Rest des traditionellen Einzelhandels kräftig unter Druck. So erzielte Ceconomy Börsen-Chart zeigen im jüngsten Quartal zwar wieder einen Gewinn von 20 Millionen Euro. Der Umsatz sank jedoch um 2 Prozent auf fünf Milliarden Euro.

Auf dem jüngsten Townhall-Meeting trat vor dem Hintergrund auch Media-Saturn-Deutschland-Chef Florian Gietl auf. Wie Unternehmenschef Reverter betonte auch er die Notwendigkeit der Einschnitte, um das Unternehmen zukunftsfähig zu machen.

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung