Media Markt, Saturn Ceconomy spürt nachlassende Kauflust

Die hohe Inflation und der Ukraine-Krieg trüben die Konsumstimmung. Media Markt und Saturn bekommen das empfindlich zu spüren. Ceconomy, der Eigner beider Elektronikhandelsketten, warnt nun vor niedrigeren Umsätzen und Gewinnen. Die Aktie bricht ein.
Schwindende Kauflust: Die Media-Saturn-Mutter Ceconomy hat ihre Jahresprognose herabgesetzt

Schwindende Kauflust: Die Media-Saturn-Mutter Ceconomy hat ihre Jahresprognose herabgesetzt

Foto: Armin Weigel/dpa

Das eingetrübte Konsumklima belastet den Elektronikhändler Ceconomy. Dies bekam der SDax-Konzern im dritten Geschäftsquartal zu spüren und senkt deshalb seine Prognose. Eine schwächere Nachfrage, die Inflationsentwicklung und stark steigende Energiekosten belasteten vor allem die Regionen Deutschland, Österreich und die Schweiz, teilte das Unternehmen überraschend am Donnerstagabend nach Börsenschluss in Düsseldorf mit. Die Aktie  verlor auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs bis zu 9 Prozent.

Laut der neuen Prognose soll der währungsbereinigte Umsatz nun auf Vorjahresniveau stagnieren. Das wären 21,4 Milliarden Euro. Bislang war das Management von einem "leichten Wachstum" ausgegangen. Als operatives Ergebnis (Ebit) sollen davon 150 bis 210 Millionen Euro bleiben - und damit in jedem Fall ein Rückgang im Vergleich zu den 237 Millionen Euro vom Vorjahr. Zuvor hatte der Vorstand noch "eine sehr deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr" in Aussicht gestellt.

Prognose bei Umsatz und Gewinn kassiert

Ceconomy war in der bisherigen Prognose davon ausgegangen, dass sich das Konsumklima im Jahresverlauf verbessert und die Inflationsraten sich normalisieren. Tatsächlich habe sich die Stimmung der Verbraucher "in den vergangenen Wochen in hohem Tempo weiter eingetrübt". Die neue Prognose gelte nun unter der Annahme, dass die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sich nicht wesentlich verschärfen und dass es aufgrund möglicher Energieversorgungsengpässe sowie der Corona-Pandemie nicht zu neuen umfassenden Einschränkungen im Einzelhandel kommen wird.

Umsatzdynamik lässt nach, Verlust im dritten Geschäftsquartal

Die gedämpfte Stimmung bei den Verbrauchern bekam das Unternehmen auch schon im dritten Geschäftsquartal (bis Ende Juni) zu spüren und rutschte operativ noch etwas tiefer in die roten Zahlen. Zwar konnte Ceconomy den Konzernumsatz auf Basis vorläufiger Zahlen um 6 Prozent auf rund 4,6 Milliarden Euro steigern. Die Umsatzdynamik habe aber deutlich nachgelassen, hieß es weiter. Von April bis Juni schrieb die Holding zudem einen operativen Verlust (Ebit) von 109 Millionen Euro. Am 11. August will Ceconomy endgültige Zahlen für das abgelaufene Quartal vorlegen.

Ceconomy hatte in der Corona-Pandemie mit seinen mehr als 1000 MediaMarkt- und Saturn-Filialen in Europa durch die behördlichen Auflagen Federn gelassen. Nun machen die Folgen von Inflation und der hohen Energiepreise Hoffnungen auf eine durchgreifende Erholung zunichte. In Deutschland sei die "Konsumstimmung schlechter als zu Corona-Zeiten", hatte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes HDE, Stefan Genth, jüngst beklagt.

rei/dpa-afx, Reuters
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