Hamburger-Konzern gewinnt Disney zurück Warum sich bei McDonald's so viel um das Kinder-Menü dreht

Jahrelang steckte der Fast-Food-Konzern in der Krise. Nach Experimenten mit Haferschleim und Salaten konzentriert sich McDonald's wieder auf sein Kerngeschäft - und auf sein Kindermenü.
Von Judith Henke
Soll auch bei Millennial-Familien auf dem Tisch landen: Das Happy Meal.

Soll auch bei Millennial-Familien auf dem Tisch landen: Das Happy Meal.

Foto: AFP

Mehr als zehn Jahre lang gab es keine Disney-Spielzeuge mehr in McDonald's "Happy Meal". Doch in diesem Jahr arbeitet Disney zum ersten Mal seit 2006 wieder mit dem Fast-Food-Riesen zusammen, schreibt CNN Money . So waren zum Beispiel im Juni in den Kindermenüs Spielzeuge zur Disney-Fortsetzung "Ralph reicht's 2" dabei.

Für den Hamburger-Konzern ist das mehr als Symbolik: Als Disney und McDonald's getrennte Wege gingen, hatte der Fast-Food-Konzern seinen Tiefpunkt erreicht: mit dem Image eines Dickmachers und Plastikspielzeug-Versorger für Kinder.

Seitdem nahm die Kritik am Kindermenü des Fast-Food-Konzerns weiter zu. Die Verbraucherschutzorganisation Center for Science in the Public Interest bezeichnete es als heimtückisch, Kinder mit Spielzeugen dazu zu verlocken, ungesund zu essen. Die Stadt San Francisco sprach ein Verbot für alle Fast-Food-Restaurants aus, Spielzeuge in Kindermenüs zu packen, die nicht den kalifornischen Ernährungsrichtlinien entsprechen. McDonald's umging das Verbot, indem es die Spielsachen für einen Aufpreis von 10 Cent verkaufte.

Zugleich versuchte der Konzern, sein Negativ-Image als Junk-Food-Produzent abzustreifen, nahm Angebote wie Haferschleim, Salate und Wraps mit ins Programm auf. Doch damit lockte McDonald's kaum neue, gesundheitsbewusste Kunden an, sondern verlor erst einmal Umsatz. Auch im zweiten Quartal sank die Kennziffer von 6,05 Milliarden Dollar auf nur noch 5,35 Milliarden Dollar - bei allerdings steigenden Gewinnen (von 1,4 Milliarden Dollar auf 1,5 Milliarden Dollar)

Weg von Salaten, zurück zu Burgern

Der Konzern hat sich wieder auf sein Kerngeschäft konzentriert, die Burger, und die Kinder als Kunden zurückgewonnen - immerhin das Stammkunden-Potential der Zukunft. Das Kindermenü Happy Meal wird laut einer Recherche des Marktforschungsunternehmens Sense 360 von jedem vierten Kunden bestellt und zählt damit zum Kerngeschäft des Fast-Food-Konzerns.

Jede vierte Bestellung ist ein Happy Meal

In den letzten Jahren hat McDonald's immer wieder am Kindermenü geschraubt und ihm einen gesünderen Anstrich verpasst. 2011 verkündete McDonald's an, den Zucker- und Natriumanteil im Happy Meal zu reduzieren. Anfang 2012 verkleinerte das Unternehmen die Pommes-Portion für Kinder und fügte dem Menü Apfelscheiben hinzu. Zwei Jahre darauf wurde Wasser eine Standard-Option in der Happy Meal-Getränkeauswahl.

Die Zusammenstellung des Kindermenüs gleicht diplomatischer Schwerstarbeit. Ein deutsches Happy Meal aus Cheeseburger, Pommes Frites, Milch und Frucht kommt auf über 700 Kalorien. Amerikanische Happy Meals dürfen seit 2018 die Grenze von 600 Kalorien nicht überschreiten. Außerdem sollen die Anteile an gesättigten Fetten und hinzugefügtem Zucker jeweils nicht mehr als zehn Prozent der Gesamtkalorien betragen. Bis 2022 würden diese Vorschriften laut McDonald's auch für 120 andere Länder gelten.

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